5/10 QM - Aufbau eines umfassenden Qualitätsmanagementsystems

Autor: Böttges-Papendorf

QM-Pyramide

Das QM-Management wird vielfach beschrieben durch die nachfolgende Pyramide. Diese zeigt zwar den Aufbau und die Grundidee. Für die Praxis hilft sie aber nicht, die vielfältigen Prozesse und Systeme im Unternehmen in ein einheitliches und konsistentes System sofort einzuordnen. Dafür entwickeln wir im nachfolgenden Abschnitt in Anlehnung an die Business Model Canvas eine QM-Canvas.

Big Bang oder Schritt für Schritt?

Für die Umsetzung gibt es zwei Wege: die komplette Neugestaltung "auf der grünen Wiese" (mit einer komplett neuen IT-Lösung) oder die Anwendung der Ideen des KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) in kleinen Schritten. Im Orga-Handbuch des BMI wird dies wie folgt beschrieben: "In der Praxis können grundsätzlich zwei unterschiedliche Herangehensweisen gefunden werden. Zum einen handelt es sich dabei um das so genannte ‚Business Process Reengineering‘ (BPR) nach Michael Hammer und James Champy (Hammer/Champy (2003), Business Reengineering - Die Radikalkur für das Unternehmen, 7. Aufl., Campus Fachbuch Verlag, Linz) und zum anderen um den evolutionären Ansatz des ‚Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses‘ (KVP), der von der japanischen Qualitätsmanagementmethode ‚Kaizen‘ abgeleitet wurde." (BMI, Handbuch für Organisationsuntersuchungen und Personalbedarfsermittlung, Stand Dezember 2016, S. 124; www.orghandbuch.de). Der radikale Neuanfang nach der BPR-Methode ist nicht überall geeignet und kann auch zu Umsetzungsproblemen führen ebenso wie zum Verlust wertvollen Erfahrungswissens, worauf im Handbuch ausdrücklich hingewiesen wird. Andererseits kann KVP natürlich auch dazu führen, das "disruptive", aber zukunftsweisende Entwicklungen nicht zum Zuge kommen. Daher kommen in der Praxis auch Mischformen zur Anwendung, worauf auch das BMI (a.a.O.) hinweist.