5/4 Beratungsfelder aus Steuerberatersicht

Autor: Böttges-Papendorf

Spezialist oder Unternehmens-(steuer-)berater?

Üblicherweise unterscheidet man im Unternehmen den strategischen (unternehmerischen) Bereich, den betriebswirtschaftlichen (kaufmännischen, Finanz-)Bereich und den betriebstechnischen (Produktions-)Bereich. Es ist offenkundig, dass der Unternehmenserfolg vom optimalen Zusammenspiel aller Komponenten abhängt. Die Kunst des Unternehmers und seines (Unternehmens-)Beraters besteht nun darin,

alle Anforderungen unter einen Hut zu bringen (= Generalistenberatung) und

im Detail die beste Fachberatung zu gewährleisten (= Spezialberatung).

Das heißt, der Steuerberater kann sowohl als Spezialist (z.B. Steuerfragen bei Umwandlung) oder auch als Generalist bei ganzheitlichen Fragen (z.B. Existenzgründungsberatung) agieren.

Unterschiede zu den klassischen Vorbehaltsaufgaben

Seit die Steuerberater in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts damit begonnen haben, mit der betriebswirtschaftlichen Beratung ihrer Mandanten sich Teilbereiche der Unternehmensberatung zu erschließen, gibt es die Diskussion um den richtigen Ansatz. Während der Unternehmensberater i.d.R. vom betriebstechnischen Teil ausgeht, sich das Unternehmen in einer Betriebsbesichtigung vor Ort anschaut und von dort aus seine Schwachstellenanalyse macht und seine Beratung anlegt, beginnt der "Erkenntnisprozess" beim Steuerberater i.d.R. mit dem Zahlenwerk. Bevorzugte Instrumente sind Kennzahlenanalyse, betriebswirtschaftliche Auswertungen und Betriebsvergleiche. Das hat den Steuerberatern häufig den Vorwurf der "Rückwärtsgewandheit" und Zahlengläubigkeit eingebracht.