6/21.3.3 Betriebliche oder betrieblich unterstützte Kinderbetreuung

Autoren: Böttges-Papendorf/Hänchen

Personalpolitische Bedeutung aus Unternehmersicht

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist gerade bei jungen Arbeitnehmern mindestens so wichtig wie das Gehalt. Inzwischen bieten Unternehmen ihren Angestellten Hilfe bei und Angebote zur Kinderbetreuung an, um so die Balance von Familie und Arbeitswelt für ihre Beschäftigten zu gewährleisten. Die Möglichkeiten reichen dabei von betrieblichen Einrichtungen mit an den Arbeitszeiten orientierten Öffnungszeiten über die (Mit-)Finanzierung der Betreuung oder den Kauf von Belegungsrechten in Kinderbetreuungseinrichtungen bis hin zur privaten Betreuungsvermittlung. Hierdurch sowie durch die Einführung anderer familienfreundlicher Maßnahmen, wie z.B. flexible Arbeitszeiten, Telearbeitsplätze oder betriebliche Kinderbetreuung, erhöhen Arbeitgeber nicht nur ihre Chancen, qualifizierte Fachkräfte auf sich aufmerksam zu machen, sondern auch sie langfristig an ihr Unternehmen zu binden. Die positiven Effekte, die eine familienbewusste Personalpolitik nach sich zieht, liegen u.a. in einer höheren Motivation und Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter, stärkerer Identifikation mit dem Unternehmen, weniger Fehlzeiten, geringerer Fluktuation bzw. erhöhter Produktivität. Unternehmen, Beschäftigte und deren Familien profitieren also gleichermaßen von solchen Neuerungen, wobei die betrieblich organisierte oder unterstützte Kinderbetreuung einer der Eckpfeiler familienfreundlicher Maßnahmen ist.