6/22.3 Zahlen für die Beratungspraxis

Autoren: Böttges-Papendorf/Hänchen

Neue Kostenstrukturstatistiken des Statistischen Bundesamts

Im Jahr 2017 sind jetzt die alle vier Jahre erhobenen Kostenstrukturstatistiken für den Bereich der Ärzte erschienen. Die Zahlen betreffen den Erhebungszeitraum 2015. Die Vergleichszahlen vom Erhebungszeitraum 2011 findet man im aktuellen Fachbuch Branchenkennzahlen 2017/2018. Dort lässt sich z.B. sofort feststellen, dass die Befürchtung, man könne als Hausarzt/Allgemeinmediziner/Praktischer Arzt nicht überleben, offensichtlich nicht zutrifft. Die Einnahmen von Einzelpraxen wie auch Berufsausübungsgemeinschaften sind gestiegen ebenso wie die Reinerträge. Anhand der nachfolgenden Tabellen kann man sofort Vergleiche mit Mandantenpraxen anstellen. Ebenso erhalten Sie Anregungen und Anhaltspunkte für die Gründungsberatung.

Nutzungshinweise zu den Kostenstrukturdaten

Teilweise sind in den Tabellen des Statistischen Bundesamts Abweichungen zwischen der rechnerischen Summe der Prozentanteile der einzelnen Kostenpositionen und der ausgewiesenen Gesamtsumme aller Kosten zu verzeichnen. Diese Differenz haben wir in einer neuen zusätzlichen Position "Nicht zugeordnete bzw. statistisch nicht signifikante Kostenpositionen" bei den Kosten eingefügt. In der Summe stimmt dann der errechnete Kostenprozentsatz mit den Gesamtkosten in Prozent lt. Statistischem Bundesamt überein. Für den eigenen Fall kann man den Fehler ggf. selbst einschätzen und plausibel zuordnen: Die kleineren Werte (1-2 %) dürften überwiegend den o.g. Positionen Kfz-Kosten, Stellvertretung und Fremdlabore/fremde OP-Zentren zuzuordnen sein. Es kommen aber auch deutlich höhere Werte im zweistelligen Bereich vor, wobei gleichzeitig bei Kostenpositionen wie Kfz, Abschreibungen oder auch Energiekosten und Beiträge und Versicherungen keine Werte ausgewiesen werden. Hier kann man dann trotzdem die "gesicherten" Werte als Benchmark verwenden, aber keinen Vollvergleich machen. Eine Restdifferenz bei den Nachkommastellen kann im Übrigen auch durch Rundungsdifferenzen bedingt sein. Das dürfte sich aber deutlich unter der 1-%-Grenze halten.