OLG Karlsruhe - Urteil vom 23.05.1990
11 U 99/88
Fundstellen:
StB 1992, 261

OLG Karlsruhe - Urteil vom 23.05.1990 (11 U 99/88) - DRsp Nr. 1998/3917

OLG Karlsruhe, Urteil vom 23.05.1990 - Aktenzeichen 11 U 99/88

DRsp Nr. 1998/3917

Inhalt und Umfang der Pflichten eines Steuerberaters ergeben sich aus dem ihm erteilten Auftrag. Behauptet der Mandant, der Steuerberater sei neben seiner steuerlichen Beratung auch zu einer umfassenden betriebswirtschaftlichen, finanziellen oder sogar unternehmerischen Beratung verpflichtet, so trifft ihn für die Übernahme derartiger Tätigkeiten die Beweislast. Eine derartige Tätigkeit setzt regelmäßig die Erteilung eines besonderen Auftrages voraus sowie die Zurverfügungstellung aller erheblichen Unterlagen durch den Mandanten.

Tatbestand:

Die Kläger begehren von den Beklagten, den gesetzlichen Erben des während des Berufungsverfahrens verstorbenen Steuerberaters Dr. A... Schadensersatz wegen fehlerhafter Beratung.

Die Beklagten beanspruchen im Wege der Widerklage vom Kläger Ziff. 1 hälftigen Ausgleich aus einer Inanspruchnahme als Mitbürge.

Im September 1981 meldete der Kläger Ziff. 1 beim Amtsgericht Karlsruhe die B... GmbH (im folgenden: GmbH), Unternehmen für vorbeugenden Brandschutz und Wärmedämmung, zur Eintragung in das Handelsregister an. Er gab an, daß auf das Stammkapital in Höhe von 150.000,- DM von ihm selbst DM 58.300,-, seiner Frau 36.400,- DM und von dem Kläger Ziff. 2 DM 35.000,- bezahlt sind. Der Anmeldung beigefügt war der notariell beurkundete Vertrag über die Gründung der Gesellschaft vom 21.9.1981 nebst Gesellschaftsvertrag in Anlage (vgl. Blatt 71 ff. der Akten ... AG Karlsruhe - Registergericht - und Beiheft I Blatt 21 ff.).