BGH - Urteil vom 24.10.1990
XII ZR 101/89
Normen:
BGB § 1375 Abs. 1, § 1376 ; ZPO § 161, § 285 Abs. 1, § 551 Nr. 7, GG Art. 103 Abs. 1 ;
Fundstellen:
AnwBl 1992, 326
BB 1991, 311
BGHR BGB § 1375 Abs. 1 Satz 1 Einkommensteuer 1
BGHR BGB § 1376 Abs. 2 PKW 1
BGHR BGB § 1376 Unternehmensbewertung 2
BGHR BGB § 1376 Unternehmensbewertung 3
BGHR BGB § 1376 Unternehmensbewertung 4
BGHR GG Art. 103 Abs. 1 Berichterstattervermerk 1
BGHR GG Art. 103 Abs. 1 Schriftsatzfrist 1
BGHR ZPO § 160 Abs. 3 Nr. 4 Berichterstattervermerk 1
BGHR ZPO § 285 Abs. 1 Schriftsatz, nachgelassener 1
BGHR ZPO § 551 Nr. 7 Urteilsabfassung, verspätete 3
DRsp I(165)213a-f
EzFamR BGB § 1376 Nr. 7
FamRZ 1991, 43
MDR 1991, 343
NJW 1991, 1547
WM 1991, 283

Verkündung des Urteils im Anschluß an Beweisaufnahme; Zustellung der vollständigen Urteilsgründe; Bewertung einer Arztpraxis; Berücksichtigung von Einkommen- und Kirchensteuern

BGH, Urteil vom 24.10.1990 - Aktenzeichen XII ZR 101/89

DRsp Nr. 1992/977

Verkündung des Urteils im Anschluß an Beweisaufnahme; Zustellung der vollständigen Urteilsgründe; Bewertung einer Arztpraxis; Berücksichtigung von Einkommen- und Kirchensteuern

»Ein Revisionsgrund nach § 551 Nr. 7 ZPO liegt nicht deshalb vor, weil das Berufungsurteil erst fünf Monate nach seiner Verkündung in vollständiger Form zugestellt worden ist. Wird ein Vermerk des Berichterstatters, in dem das Ergebnis einer Beweisaufnahme (hier: mündliche Erläuterung eines schriftlichen Sachverständigengutachtens) festgehalten wird, den Parteien nicht besonders mitgeteilt, so wird dadurch ihr Recht auf Gewährung des rechtlichen Gehörs nicht verletzt, wenn das Urteil noch am Tage der Beweisaufnahme verkündet worden ist (Abgrenzung zu BGH, Urt. v. 5. Juli 1972 - VIII ZR 157/71 - NJW 1972, 1673). Die Ablehnung Antrages einer Partei, ihr einen beweiswürdigenden Schriftsatz nachzulassen, verletzt grundsätzlich nicht ihr Recht auf Gewährung des rechtlichen Gehörs.