BFH - Urteil vom 01.08.2024
VI R 34/21
Normen:
EStG § 19; EStG § 50d Abs. 8 S. 1; EStG § 50d Abs. 8 S. 2; AO § 175 Abs. 1 S. 1 Nr. 2; DBA GBR 2010 Art. 18; DBA GBR 2010 Art. 23 Abs. 1 Buchst. a);
Fundstellen:
BB 2024, 2774
DStR 2024, 2680
DStRE 2024, 1525
BFH/NV 2025, 69
IStR 2025, 68
NZA 2025, 472
Vorinstanzen:
FG Münster, vom 28.10.2021 - Vorinstanzaktenzeichen 8 K 939/19

Änderung eines bestandskräftigen Steuerbescheids nach § 50d Abs. 8 Satz 2 EStG; Einbeziehung der Arbeitnehmereinkünfte eines unbeschränkt Steuerpflichtigen wegen der Verletzung der in § 50d Abs. 8 Satz 1 EStG normierten Nachweispflichten abkommenswidrig in die zu ändernde Einkommensteuerveranlagung

BFH, Urteil vom 01.08.2024 - Aktenzeichen VI R 34/21

DRsp Nr. 2024/14453

Änderung eines bestandskräftigen Steuerbescheids nach § 50d Abs. 8 Satz 2 EStG; Einbeziehung der Arbeitnehmereinkünfte eines unbeschränkt Steuerpflichtigen wegen der Verletzung der in § 50d Abs. 8 Satz 1 EStG normierten Nachweispflichten abkommenswidrig in die zu ändernde Einkommensteuerveranlagung

Die Änderung eines bestandskräftigen Steuerbescheids nach § 50d Abs. 8 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) setzt voraus, dass die Arbeitnehmereinkünfte eines unbeschränkt Steuerpflichtigen wegen der Verletzung der in § 50d Abs. 8 Satz 1 EStG normierten Nachweispflichten abkommenswidrig in die zu ändernde Einkommensteuerveranlagung einbezogen worden sind.

Tenor

Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Münster vom 28.10.2021 - 8 K 939/19 E aufgehoben.

Die Klage wird abgewiesen.

Die Kosten des gesamten Verfahrens haben die Kläger zu tragen.

Normenkette:

EStG § 19; EStG § 50d Abs. 8 S. 1; EStG § 50d Abs. 8 S. 2; AO § 175 Abs. 1 S. 1 Nr. 2; DBA GBR 2010 Art. 18; DBA GBR 2010 Art. 23 Abs. 1 Buchst. a);

Gründe

I. Die Kläger und Revisionsbeklagten (Kläger) sind (ausschließlich) im Inland wohnhafte Eheleute und wurden im Streitjahr (2014) zur Einkommensteuer zusammen veranlagt.