BFH - Urteil vom 06.12.2016
I R 79/15
Normen:
FGO § 40 Abs. 2; GewStG § 8 Nr. 1 Buchst. a; GewStDV § 19 Abs. 1, 2; KWG § 1, § 2;
Fundstellen:
BFHE 256, 199
BStBl II 2019, 173
Vorinstanzen:
FG Hamburg, vom 28.08.2015 - Vorinstanzaktenzeichen 6 K 285/13

Hinzurechnung von Zinsen bei der Ermittlung des GewerbeertragsZulässigkeit der Klage gegen eine Messbetragsfestsetzung auf Null

BFH, Urteil vom 06.12.2016 - Aktenzeichen I R 79/15

DRsp Nr. 2017/4339

Hinzurechnung von Zinsen bei der Ermittlung des Gewerbeertrags Zulässigkeit der Klage gegen eine Messbetragsfestsetzung auf Null

1. Wegen der Bindungswirkung für den Verlustfeststellungsbescheid (§ 35b Abs. 2 Satz 2 GewStG) löst auch eine Messbetragsfestsetzung von Null (sog. Nullbescheid) eine Beschwer (§ 40 Abs. 2 FGO) aus. 2. Auch Konzernfinanzierungsgesellschaften können Kreditinstitute i.S. des § 1 KWG sein und die Voraussetzungen des sog. Bankenprivilegs (§ 19 Abs. 1 GewStDV) erfüllen.

Tenor

Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 28. August 2015 6 K 285/13 wird als unbegründet zurückgewiesen.

Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.

Normenkette:

FGO § 40 Abs. 2; GewStG § 8 Nr. 1 Buchst. a; GewStDV § 19 Abs. 1, 2; KWG § 1, § 2;

Gründe

A.

Streitig ist, ob bei der Ermittlung des Gewerbeertrags eine Hinzurechnung von Zinsen (§ 8 Nr. 1 Buchst. a des Gewerbesteuergesetzes —GewStG—) unter Anwendung des § 19 Abs. 1 der Gewerbesteuer-Durchführungsverordnung (GewStDV) —beide in der im Streitjahr 2011 geltenden Fassung— ausgeschlossen ist.