BGH - Urteil vom 11.09.2014
III ZR 217/13
Normen:
BGB § 195; BGB § 199 Abs. 1 Nr. 2; BGB § 214 Abs. 1; BNotO § 19 Abs. 1; BeurkG § 17 Abs. 1 S. 1; GBO § 55;
Fundstellen:
AnwBl 2015, 102
BB 2014, 2689
BB 2014, 2689-2690
DB 2014, 2650
DNotI-Report 2014, 172-173
DNotZ 2015, 37
JZ 2014, 699
MDR 2014, 1390-1391
NotBZ 2015, 27
ZNotP 2014, 355-359
Vorinstanzen:
LG Koblenz, vom 06.06.2012 - Vorinstanzaktenzeichen 15 O 452/11
OLG Koblenz, vom 23.05.2013 - Vorinstanzaktenzeichen 1 U 735/12

Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis von einer Amtspflichtverletzung eines Notars i.R.d. Notarhaftung; Verjährung von Schadensersatzansprüchen im Hinblick auf die übersandte Eintragungsmitteilung des Grundbuchamtes

BGH, Urteil vom 11.09.2014 - Aktenzeichen III ZR 217/13

DRsp Nr. 2015/2187

Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis von einer Amtspflichtverletzung eines Notars i.R.d. Notarhaftung; Verjährung von Schadensersatzansprüchen im Hinblick auf die übersandte Eintragungsmitteilung des Grundbuchamtes

1. Im Bereich der Notarhaftung (§ 19 BNotO) kann die Übermittlung einer Eintragungsnachricht des Grundbuchamts (§ 55 GBO) im Einzelfall - insbesondere in sehr einfach gelagerten Sachen - für die Erfüllung der subjektiven Voraussetzungen des Verjährungsbeginns nach § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB (Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis von einer Amtspflichtverletzung des Notars) ausreichend sein. Den Grundbuchbeteiligten trifft allgemein die Obliegenheit, ihm übersandte Eintragungsnachrichten zu prüfen. Ist eine aus der Sicht des geschädigten Beteiligten "unrichtige" (etwa: abredewidrige) Eintragung erfolgt, so muss er neben einer Amtspflichtverletzung des Grundbuchamts auch eine Amtspflichtverletzung des Notars in Erwägung ziehen. Denn auch dann, wenn der Fehler primär dem Grundbuchamt unterlaufen sein sollte, hätte der Notar diesen Fehler bemerken und entsprechende Schritte zu seiner Behebung unternehmen müssen.