BGH - Urteil vom 18.09.2006
II ZR 137/04
Normen:
GG Art. 12 Abs. 1 ; BGB § 723 Abs. 3 § 724 ;
Fundstellen:
AnwBl 2007, 158
BGHReport 2007, 156
BRAK-Mitt 2007, 35
DB 2006, 2739
DStR 2007, 34
MDR 2007, 305
NJW 2007, 295
NZG 2007, 65
VersR 2007, 421
WM 2007, 22
ZIP 2006, 2316
Vorinstanzen:
OLG Düsseldorf, vom 26.05.2004 - Vorinstanzaktenzeichen VI-U (Kart) 36/03
LG Arnsberg, vom 05.07.2002 - Vorinstanzaktenzeichen 1 O 32/02

Langfristiger Ausschluss des Rechts zur ordentlichen Kündigung in einem Sozietätsvertrag von Rechtsanwälten

BGH, Urteil vom 18.09.2006 - Aktenzeichen II ZR 137/04

DRsp Nr. 2006/29336

Langfristiger Ausschluss des Rechts zur ordentlichen Kündigung in einem Sozietätsvertrag von Rechtsanwälten

»In einem Rechtsanwalts-Sozietätsvertrag stellt der Ausschluss des Rechts zur ordentlichen Kündigung für einen Zeitraum von 30 Jahren auch dann eine unzulässige Kündigungsbeschränkung i.S. des § 723 Abs. 3 BGB dar, wenn sie Teil der Alterssicherung der Seniorpartner ist.«

Normenkette:

GG Art. 12 Abs. 1 ; BGB § 723 Abs. 3 § 724 ;

Tatbestand:

Die Parteien sind Rechtsanwälte. Sie haben sich am 28. Januar 1989 mit dem bereits 1992 aus Altersgründen ausgeschiedenen Rechtsanwalt S. zu einer Sozietät "zu gemeinsamer Berufsausübung und Alterssicherung" (§ 1 des Gesellschaftsvertrages, künftig: GV) zusammengeschlossen. Die Sozietät begann am 1. Mai 1989. Gemäß § 15 GV wurde sie unter Ausschluss des Kündigungsrechts auf eine Dauer von 30 Jahren fest errichtet; im Falle unterbleibender Kündigung sollte sie für weitere 30 Jahre fortgesetzt werden.