BGH - Urteil vom 09.11.2023
III ZR 105/22
Normen:
KWG § 32 Abs. 1; KWG § 54; StGB § 14 Abs. 1 Nr. 1; BGB § 276; BGB § 823;
Fundstellen:
BB 2024, 2
DB 2024, 107
ZIP 2024, 83
WM 2024, 67
DStR 2024, 126
BB 2024, 210
MDR 2024, 167
NJW-RR 2024, 188
NZI 2024, 188
ZInsO 2024, 362
DZWIR 2024, 368
NZI 2025, 40
NZI 2026, 61
Vorinstanzen:
LG Kiel, vom 29.10.2021 - Vorinstanzaktenzeichen 12 O 138/20
SchlHOLG, vom 23.05.2022 - Vorinstanzaktenzeichen 5 U 197/21

Haftung eines Organs für unerlaubte Bankgeschäfte; Beschränkung der straf- und haftungsrechtlichen Verantwortlichkeit als Folge interner Zuständigkeitsregelungen in der Geschäftsleitung einer juristischen Person

BGH, Urteil vom 09.11.2023 - Aktenzeichen III ZR 105/22

DRsp Nr. 2024/253

Haftung eines Organs für unerlaubte Bankgeschäfte; Beschränkung der straf- und haftungsrechtlichen Verantwortlichkeit als Folge interner Zuständigkeitsregelungen in der Geschäftsleitung einer juristischen Person

a) Wer entgegen § 32 Abs. 1 KWG ohne entsprechende Erlaubnis Bankgeschäfte erbringt, macht sich bei fahrlässigem oder vorsätzlichem Handeln gemäß § 54 Abs. 1 Nr. 2 Fall 1, Abs. 2 KWG strafbar. Wirken die Geschäfte berechtigend und verpflichtend für eine juristische Person, trifft die strafrechtliche Verantwortlichkeit gemäß § 14 Abs. 1 Nr. 1 StGB denjenigen, der in organschaftlicher Stellung für die juristische Person tätig ist (Bestätigung von BGH, Urteile vom 15. Mai 2012 - VI ZR 166/11, NJW 2012, 3177 Rn. 19 und vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19, NJW-RR 2020, 292 Rn. 35). b) Die objektive Organstellung allein ist nicht hinreichend, um eine Haftung zu begründen. Es bedarf zusätzlich des Verschuldens, § 276 BGB, das gesondert festgestellt werden muss.