BFH - Urteil vom 25.11.2025
VIII R 2/25
Normen:
FGO § 52d; FGO § 62; FGO § 52a Abs. 4; ZPO § 130d; StBerG § 86c; StBerG § 86d; GG Art. 19 Abs. 4;
Fundstellen:
BB 2026, 405
DB 2026, 507
DStR 2026, 421
AO-StB 2026, 67
BFH/NV 2026, 569
NJW 2026, 1013
DStRE 2026, 374
BB 2026, 992
Vorinstanzen:
FG München, vom 06.12.2023 - Vorinstanzaktenzeichen 9 K 956/23

Nutzungspflicht des besonderen elektronischen Steuerberaterpostfachs (beSt) in eigenen Angelegenheiten eines Steuerberaters; Erhebung einer finanzgerichtlichen Klage als Privatperson

BFH, Urteil vom 25.11.2025 - Aktenzeichen VIII R 2/25

DRsp Nr. 2026/1776

Nutzungspflicht des besonderen elektronischen Steuerberaterpostfachs (beSt) in eigenen Angelegenheiten eines Steuerberaters; Erhebung einer finanzgerichtlichen Klage als Privatperson

§ 52d Satz 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ist auch dann anzuwenden, wenn ein Steuerberater, der von seinem Selbstvertretungsrecht gemäß § 62 Abs. 1 FGO Gebrauch macht beziehungsweise einen Angehörigen gemäß § 62 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 FGO vertritt, eine finanzgerichtliche Klage als Privatperson erhebt, ohne dabei auf seine Zulassung als Steuerberater hinzuweisen.

Tenor

Die Revision der Kläger gegen das Urteil des Finanzgerichts München vom 06.12.2023 - 9 K 956/23 wird als unbegründet zurückgewiesen.

Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kläger zu tragen.

Normenkette:

FGO § 52d; FGO § 62; FGO § 52a Abs. 4; ZPO § 130d; StBerG § 86c; StBerG § 86d; GG Art. 19 Abs. 4;

Gründe

I.

Die Beteiligten streiten darüber, ob das Finanzgericht (FG) zu Recht die --später miteinander verbundenen-- Klagen der Kläger und Revisionskläger (Kläger) als unzulässig abgewiesen hat, mit der Begründung, dass der Kläger, ein Steuerberater, diese nicht mittels Telefax beziehungsweise einfachem Brief habe erheben können, sondern gemäß § 52d der Finanzgerichtsordnung (FGO) die Form und den Übermittlungsweg des § 52a Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 FGO hätte beachten müssen.