18.1 Begriff

Autor: Kerstin Löbe

18.1

"Organschaft" ist ein rein steuerliches Rechtsinstitut zur Besteuerung verbundener Unternehmen im Bereich der Körperschaftsteuer, der Gewerbesteuer und der Umsatzsteuer. Bei einer Organschaft bestehen mindestens zwei zivil- bzw. gesellschaftsrechtlich selbständige Betriebe, bei denen eine wirtschaftliche Abhängigkeit vorliegt. Das Steuerrecht folgt i.d.R. aber einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise (§ 39 Abs. 2 AO ), so dass hinsichtlich der steuerlichen Folgen einer Organschaft die Selbständigkeit der beiden Betriebe in Teilen verlorengeht.

18.2

So weist die Organgesellschaft eine dem Organträger gegenüber untergeordnete eingegliederte Stellung auf, der Organträger spielt also eine übergeordnete, die Organgesellschaft beherrschende Rolle. Die beiden Betriebe werden steuerlich zu einem Betrieb zusammengefasst, es entsteht nur ein steuerpflichtiger Betrieb des Organträgers. Die Summe aller Betriebe einer Organschaft wird als sogenannter Organkreis bezeichnet. Diesem werden neben seinen eigenen Einkünften bzw. Umsätzen auch die Einkünfte bzw. Umsätze der Organgesellschaft(en) zugeordnet und von ihm versteuert.

Hinweis

18.3