18.4 Umsatzsteuerliche Organschaft

Autor: Kerstin Löbe

18.99

Eine umsatzsteuerliche Organschaft liegt nach § 2 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 UStG und der hierzu ergangenen Rechtsprechung vor, wenn eine juristische Person oder - unter weiteren Voraussetzungen auch eine Personengesellschaft - nach dem Gesamtbild der tatsächlichen Verhältnisse finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in ein Unternehmen eingegliedert ist.

18.100

Im Gegensatz zur körperschaft- und gewerbesteuerlichen Organschaft ist nicht erforderlich, dass eine bestimmte zeitliche Voraussetzung erfüllt ist. Die umsatzsteuerliche Organschaft beginnt, wenn alle Eingliederungsvoraussetzungen erfüllt sind, wobei dies auch im Laufe eines Kalenderjahres erfolgen kann. Der Abschluss eines Ergebnisabführungsvertrags nicht erforderlich.

18.4.1 Organträger

18.101

Organträger kann jeder Unternehmer sein. Eine Holding kann Organträger sein, wenn sie selbst entgeltliche Leistungen erbringt. Eine sogenannte Führungs- oder Funktionsholding, die aktiv in die Verwaltung ihrer Beteiligungsgesellschaften eingreift, ist Unternehmer.1) Aktive Eingriffe in die Verwaltung einer Gesellschaft liegen immer dann vor, wenn die Holding entgeltliche Leistungen (z.B. in Form administrativer, finanzieller, kaufmännischer oder technischer Dienstleistungen) an ihre Tochtergesellschaft erbringt.

1)