BGH - Urteil vom 15.12.1978
I ZR 59/77
Normen:
BGB § 194 ; HGB § 89b Abs. 1 S. 1 Nr. 3 ; HGB § 89b Abs. 4 S. 2;
Fundstellen:
BB 1979, 288
BGHZ 73, 99
DB 1979, 543
DRsp I(112)32Nr. 4
DRsp II(210)282a
DRsp II(210)75Nr. 41
DRsp II(210)78Nr. 69
MDR 1979, 377
NJW 1979, 651
WM 1979, 329

Anwendung der Verjährungsfristen auf die Frist für die Geltendmachung des Ausgleichsanspruchs; Minderung des Ausgleichsanspruchs durch Werbeaufwendungen

BGH, Urteil vom 15.12.1978 - Aktenzeichen I ZR 59/77

DRsp Nr. 1996/14593

Anwendung der Verjährungsfristen auf die Frist für die Geltendmachung des Ausgleichsanspruchs; Minderung des Ausgleichsanspruchs durch Werbeaufwendungen

1. Ausschlußfristen unterscheiden sich in ihrem Wesen von Verjährungsfristen, jedoch ist die analoge Anwendung einzelner für die Verjährung geltender Regelungen nicht schlechthin ausgeschlossen. Auf die Ausschlußfrist des § 89 b Abs. 4 Satz 2 HGB (a.F.) ist § 207 BGB (Ablaufhemmung bei Nachlaßsachen) anwendbar. 2. a. Werbeaufwendungen des Unternehmers mindern im allgemeinen nicht den Ausgleichsanspruch des Handelsvertreters. b. Eine andere Beurteilung kommt dann in Betracht, wenn der Unternehmer darlegt, daß außergewöhnliche Umstände das provisionsbestimmende Verhältnis zwischen Arbeitslast des Handelsvertreters und Stützung durch den Unternehmer (Werbeaufwand) gestört haben und es deshalb der Billigkeit entspräche, Abstriche vorzunehmen.

Normenkette:

BGB § 194 ; HGB § 89b Abs. 1 S. 1 Nr. 3 ; HGB § 89b Abs. 4 S. 2;

Hinweise:

Hinweis zu A

Unter Bezugnahme auf BGH, DRsp I(112)48a = BGHZ 53, 270 = DB 1970, 825 = MDR 1970, 498 = NJW 1970, 940 = VersR 1970, 463 = WM 1970, 589.

Zu tarifvertraglichen Ausschlußfristen s. DRsp VI (638) § 4 TVG.

Hinweis zu B

Wie a.: BGHZ 56, 242 = BB 1971, 843 = DB 1971, 1289 = MDR 1971, 747 = NJW 1971, 1611 = VersR 1971, 737