10.1 Übertragung in das Gesamthandsvermögen

Autor: Bolk

10.1.1 Entgeltliche Rechtsgeschäfte

10.1

Die Übertragung eines Wirtschaftsguts eines Gesellschafters in das Gesellschaftsvermögen (Gesamthandsvermögen) "seiner" Personengesellschaft gegen Entgelt wie unter Fremden ist nach allgemeinen Grundsätzen zu beurteilen. Aus der Sicht des übertragenden Gesellschafters handelt es sich um eine Veräußerung und aus der Sicht der Personengesellschaft liegt eine Anschaffung vor. Dies gilt handels- und steuerrechtlich gleichermaßen.

10.2

Entgeltliche Rechtsgeschäfte in diesem Sinne liegen auch vor, wenn die Gegenleistung einem Darlehens- bzw. Verrechnungskonto des Gesellschafters gutgeschrieben wird und dieses Konto unstreitig zum Fremdkapital gehört.1) Gleiches gilt auch trotz Nachrangigkeit gem. § 39 Abs. 1 Nr. 5 InsO bei sogenannten eigenkapitalersetzenden Darlehen.2) Außerdem liegt eine Veräußerung auch in den Fällen der Schuldübernahme sowie der Übertragung gegen Veräußerungsrente vor. Hier kann es auch zu teilentgeltlichen Rechtsgeschäften kommen, wenn die Schuldübernahme bzw. der Rentenbarwert hinter dem Verkehrswert des Wirtschaftsguts zurückbleibt und ein Barausgleich für den Wertunterschied nicht vereinbart ist (siehe Rdnr. 10.99).