10.2 Übertragung aus dem Gesamthandsvermögen in das Privatvermögen des Gesellschafters

Autor: Bolk

10.34

Die Ausgangslage stellt sich wie folgt dar:

10.2.1 Veräußerung wie unter Fremden

10.35

Veräußert eine Personengesellschaft gegen Entgelt wie unter Fremden Wirtschaftsgüter des Gesellschaftsvermögens an einen ihrer Gesellschafter, ist der Gewinn aufgrund Aufdeckung der stillen Reserven nach allgemeinen Grundsätzen auszuweisen. Es handelt sich nicht teilweise um eine Entnahme, etwa im Umfang der Beteiligung des erwerbenden Gesellschafters am Gesamthandsvermögen. Soweit das fragliche Wirtschaftsgut unter § 6b Abs. 1 EStG (Grundstück) oder § 6b Abs. 10 EStG (Anteil an Kapitalgesellschaft) fällt und mindestens sechs Jahre zum inländischen Anlagevermögen dieser Personengesellschaft gehört hat, steht der Begünstigung nach § 6b EStG nichts im Wege.

10.2.2 Übertragung gegen Minderung von Gesellschaftsrechten

10.36

Eine Veräußerung liegt nach Auffassung des BMF auch bei einer Übertragung aus dem Gesamthandsvermögen einer Personengesellschaft in das Privatvermögen des Gesellschafters gegen Minderung von Gesellschaftsrechten vor.1) Obwohl bisher nicht entschieden wurde, ob die vom BFH2) aufgestellten Grundsätze mit umgekehrten Vorzeichen auch für die Ausbringung von Wirtschaftsgütern gelten, ist auf der Grundlage der insoweit wohl weiterhin vertretenen Auffassung der Finanzverwaltung3) davon auszugehen, dass eine entsprechende Lastschrift auf einem Festkapitalkonto des Gesellschafters (Kapital I) ggf. i.V.m. weiteren Kapitalunterkonten eine Veräußerung durch die Personengesellschaft zur Folge hat.