11.1 Unentgeltliche Aufnahme eines Gesellschafters in eine Personengesellschaft

Autor: Bolk

11.1

Die unentgeltliche Aufnahme z.B. eines Angehörigen in eine neu gegründete Personengesellschaft unter Schenkung eines Anteils am Kapitalkonto im Rahmen der Unternehmensnachfolge unterliegt nach § 6 Abs. 3 Satz 1 zweiter Halbsatz EStG der Buchwertverknüpfung. Der neue Gesellschafter ist an die Werte des übertragenden Einzelunternehmers gebunden. Eine Aufdeckung stiller Reserven erfolgt nicht.1)

Das ist auch der Fall, wenn das Kapitalkonto des eingebrachten Betriebs negativ sein sollte. Dies ist bei der Aufnahme im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge grundsätzlich unproblematisch.2)

11.2

Beispiel

A gründet unter unentgeltlicher Aufnahme seiner Tochter B die AB-Personengesellschaft (Schaubild siehe oben), in die er seinen Betrieb (Gemeiner Wert/Teilwert 600 Euro; Buchwert Aktiva 1.000 Euro, Buchwert Schulden 800 Euro, Kapitalkonto 200 Euro) nach § 6 Abs. 3 EStG und nach § 24 UmwStG auf Antrag zu Buchwerten einbringt.

Eröffnungsbilanz der AB-Personengesellschaft

Aktiva

1.000

Kapital A

100

 

 

Kapital B

100

 

 

Schulden

800

Abwandlung

Die Aktiva betragen lediglich 500 Euro, so dass in der Schlussbilanz des Betriebs ein negatives Kapitalkonto von -300 Euro ausgewiesen ist.

Eröffnungsbilanz der AB-PersG

Aktiva

500

Kapital A

- 150

 

 

Kapital B

- 150

 

 

Schulden

800