12.8 Einbringung nach § 24 UmwStG und unentgeltliche Aufnahme

Autor: Bolk

12.77

Der X. Senat des BFH1) hat zu § 24 UmwStG entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung2) entschieden, dass die Einbringung eines Betriebs trotz der unentgeltlichen Aufnahme neuer Gesellschafter nach § 24 UmwStG zu beurteilen sei, soweit die Einbringung für eigene Rechnung erfolge. Die unentgeltliche Übertragung von Mitunternehmeranteilen im Wege der Aufnahme in das Einzelunternehmen erfolgt unentgeltlich nach § 6 Abs. 3 Satz 1 EStG , so dass insoweit die Buchwerte (zwingend) fortzuführen sind.

12.78

Der vom BFH entschiedene Fall zeigte sich (vereinfacht) wie folgt:

Beispiel

A gründet unter unentgeltlicher Aufnahme seiner Töchter X und Y die A-GmbH & Co. KG, in die er seinen Betrieb (gemeiner Wert: 1.000.000 Euro; Buchwert Aktiva: 5.000.000 Euro, Buchwert Schulden: 4.400.000 Euro, Kapitalkonto: 600.000 Euro) nach § 24 UmwStG auf Antrag zu Buchwerten einbringt. Während X und Y jeweils ein Kapitalanteil von 150.000 Euro eingeräumt wird, führt A seinen Kapitalanteil i.H.v. 300.000 Euro fort.