14.7 Bilanzielle Beurteilung der entgeltlichen Übertragung

Autor: Bolk

14.7.1 Handelsbilanz des Anteilseigners

14.86

Ist der Neugesellschafter Inhaber eines Gewerbebetriebs und gehört der Gesellschaftsanteil zum Betriebsvermögen dieses Gewerbebetriebs, ist die Beteiligung in dessen Handelsbilanz als Vermögensgegenstand unter den Finanzanlagen auszuweisen (§ 246 Abs. 1 , § 247 Abs. 2 , § 266 Abs. 2 A. III. HGB ) und mit den Anschaffungskosten zu bewerten (§ 253 Abs. 1 HGB ).1) Handelsrechtlich betrachtet stellen die Zahlungen des Neugesellschafters an den Altgesellschafter oder dessen Rechtsnachfolger Anschaffungskosten für den Anteil an der Personengesellschaft dar. Die Bilanzierung in der Steuerbilanz der Personengesellschaft ist insoweit unbeachtlich.

14.87

Soweit im Fall einer GmbH & Co. KG neben dem Anteil an der KG auch der Anteil an der Komplementär-GmbH erworben wurde, ist ein weiterer Vermögensgegenstand zu aktivieren. Auch insoweit erfolgt eine Bewertung mit den Anschaffungskosten. Weil die Anteilsübertragung an einer GmbH & Co. KG, bei der sowohl die Geschäftsanteile der Komplementär-GmbH als auch die Kommanditanteile abgetreten werden, insgesamt beurkundungspflichtig ist (§ 15 Abs. 4 Satz 1 GmbHG ),2) sind die Notariatskosten aufzuteilen und als Anschaffungsnebenkosten255 Abs. 1 Satz 2 HGB ) sowohl der Beteiligung an der KG als auch der Beteilung an der GmbH nach Maßgabe der Gegenstandswerte zuzuordnen.