14.9 Verlustvortrag (§ 10a GewStG)

Autor: Bolk

14.153

Die Berücksichtigung von gewerbesteuerrechtlichen Fehlbeträgen erfolgt bei Mitunternehmerschaften personenbezogen. Für die Bestimmung der jeweils zuzurechnenden Fehlbeträge ist der gesellschaftsvertragliche Gewinnverteilungsschlüssel im Verlustjahr ohne Berücksichtigung von Vorabgewinnanteilen maßgebend (§ 10a Satz 4 GewStG ). Im Jahr des Abzugs der Fehlbeträge ist dagegen der Gewinnverteilungsschlüssel dieses Jahres zugrunde zu legen (§ 10a Satz 5 GewStG ). Bei gleichbleibendem Gesellschafterbestand, aber geänderten Beteiligungsverhältnissen führt dies erkennbar lediglich zu einer Verschiebung des Zeitpunkts des jeweils möglichen Verlustabzugs (siehe dazu bereits Rdnr. 1.53 ff.).

14.154

Beim Wechsel im Bestand der Gesellschafter kommt es dagegen wegen fehlender Unternehmeridentität zum partiellen Wegfall1) des Verlustabzugs im Umfang des für diesen Mitunternehmer bestandskräftig gesondert festgestellten Fehlbetrags gem. § Satz 4 und (vgl. auch R 10a.3 Nr. 1 ). Geschieht dies unterjährig, ist der Gewerbeertrag im Abzugsjahr einheitlich zu ermitteln und zeitanteilig dem Altgesellschafter und dem Neugesellschafter zuzurechnen (R 10a.3 Nr. 9 ). Diese Rechtsfolge tritt unabhängig davon ein, ob sich der Gesellschafterwechsel entgeltlich oder unentgeltlich vollzieht. Unbeachtlich ist auch, ob es sich um eine Übertragung im Rahmen einer Einzelrechtsnachfolge oder einer Gesamtrechtsnachfolge etwa von Todes wegen handelt.