16.5 Einfluss von Sonderbilanzen

Autor: Bolk

16.5.1 Vorrang des Sonderbetriebsvermögens

16.35

Wirtschaftsgüter, die einem Kommanditisten einer GmbH & Co. KG zuzurechnen sind (§ 39 AO ) und die an diese GmbH & Co. KG zur Nutzung überlassen werden (Sonderbetriebsvermögen I) oder in einer wirtschaftlich vorteilhaften Beziehung zur Beteiligung an dieser GmbH & Co. KG stehen bzw. der Beteiligung dienen oder diese stärken (Sonderbetriebsvermögen II, siehe dazu ausführlich oben Rdnr. 3.47 ff.), sind stets vorrangig dem Sonderbetriebsvermögen zuzurechnen. Ein Wahlrecht besteht insoweit nicht.1) Dies gilt auch dann, wenn die Wirtschaftsgüter vor der Überlassung Betriebsvermögen anderen Gewerbebetriebs des Mitunternehmers waren.2)

16.36

Das Wirtschaftsgut ist nicht in der Steuerbilanz des Einzelunternehmens, sondern in einer Sonderbilanz für diesen Mitunternehmer von der Geschäftsführung der Personengesellschaft auszuweisen.3) Die Überführung aus dem anderen Betriebsvermögen in das Sonderbetriebsvermögen erfolgt zum Buchwert (§ 6 Abs. 5 Satz 2 EStG ). Gleiches gilt für den Fall, dass eine Kapitalgesellschaft Wirtschaftsgüter an eine GmbH & Co. KG zur Nutzung überlässt, an der die Kapitalgesellschaft zugleich als Mitunternehmerin beteiligt ist. Die Wirtschaftsgüter gehören zum Sonderbetriebsvermögen. Der Ausweis in der Sonderbilanz ist zwingend. Das gilt auch für die Gewährung eines Darlehens an die Personengesellschaft.