17.11 Einfluss von Entnahmen auf § 15a EStG

Autor: Bolk

17.11.1 Gewinnerhöhung und Umpolung von Verlustanteilen

17.115

Nach § 15a Abs. 3 Satz 1 EStG sind Entnahmen Anlass für eine Gewinnerhöhung, soweit dadurch ein negatives Kapitalkonto entsteht oder sich erhöht. Damit soll verhindert werden, dass durch Einlagen und anschließende Entnahmen das Verlustausgleichsverbot des § 15a Abs. 1 EStG umgangen wird. Um Missverständnissen vorzubeugen: § 15a Abs. 3 Satz 1 EStG betrifft nur (echte) Entnahmen zulasten des Kapitalanteils des Kommanditisten und nicht die Auszahlung der oftmals auch in Gesellschaftsverträgen und im Schrifttum so bezeichneten "entnahmefähigen Gewinnanteile" und "sonstigen Entnahmen" zulasten eines Gesellschafterdarlehenskontos. Bei letzteren handelt es sich nur um die Tilgung von Verbindlichkeiten, so dass der Begriff der "Entnahme" hier aus gesellschaftsrechtlicher Sicht verständlich, aus bilanzieller und steuerrechtlicher Sicht jedoch nicht zielführend ist.