17.6 Forderungen der Personengesellschaft gegenüber dem Gesellschafter

Autor: Bolk

17.50

Soweit eine Personengesellschaft ihrem Gesellschafter finanzielle Mittel zuweist, kann dies auf einer Entnahme beruhen oder auf der Grundlage einer schuldrechtlichen Vereinbarung, insbesondere einer Darlehensgewährung erfolgen.1)

17.6.1 Entnahmen aufgrund Gesellschaftsvertrags

17.51

Ein Kommanditist hat nach § 169 Abs. 1 Satz 2 HGB nur Anspruch auf Auszahlung des ihm zukommenden Gewinnanteils. Ein darüber hinausgehendes gewinnunabhängiges Entnahmerecht steht ihm hingegen von Gesetzes wegen nicht zu. Ist jedoch nach Maßgabe des § 163 HGB gesellschaftsvertraglich ein Entnahmerecht vereinbart und führen die insoweit berechtigten Entnahmen zu einem aktivischen Gesellschafterkonto, handelt es sich um Vorschüsse auf künftige Gewinnanteile, die gesellschaftsrechtlich betrachtet keine Forderung begründen. Vielmehr handelt es sich bei einer solchen aktivischen Bilanzposition unabhängig von der Bezeichnung um ein im Soll geführtes Unterkonto des (nach HGB einheitlichen) Kapitalkontos. Das auf diese Weise entstandene aktivische Kapitalkonto erhöht das Kapitalkonto i.S.d. § 15a EStG und beschränkt den möglichen Verlustausgleich des Kommanditisten.2)