17.8 Bestimmung des Verlusts i.S.d. § 15a EStG

Autor: Bolk

17.8.1 Anteil am Verlust der Gesellschaft (Gesamthandsbilanz)

17.65

Der Anteil am Verlust der Gesellschaft ist grundsätzlich nach der gesellschaftsvertraglichen Gewinn- und Verlustverteilungsabrede zu bestimmen. Nicht realisierte stille Reserven bleiben dabei (natürlich) unberücksichtigt.1) Entsprechendes gilt für Gewinne, die in sogenannte steuerfreie Rücklagen eingestellt worden sind (§ 6b Abs. 3 oder Abs. 10 EStG , R 6.6 EStR) . Die Bezeichnung "steuerfreie Rücklage, die auch die Finanzverwaltung bevorzugt (vgl. R 6.6 Abs. 4 EStR), ist verfehlt, denn der Gewinn ist gerade nicht steuerfrei, sondern die Steuerschuld wird allenfalls gestundet.

17.66

Soweit einem Kommanditisten aufgrund vertraglicher Gewinnverteilung etwa als Kapitalkontenverzinsung oder für besondere Leistungen und Beiträge im Dienst der KG ein Vorweggewinn zuzurechnen ist, verringert dieser Betrag den Verlustanteil, der von § 15a EStG bedroht ist. Anders als die Vergütungen i.S.d. § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 zweiter Halbsatz EStG ist ein Vorweggewinn deshalb geeignet, für eine Saldierung mit Verlustanteilen zur Verfügung zu stehen.2)