4.7 Sonderfragen zur Tätigkeitsvergütung der Gesellschafter

Autor: Bolk

4.7.1 Gesellschaftsrechtliche Vereinbarung

4.63

Tätigkeitsvergütungen können nach Wahl der Beteiligten als feste Vergütung mit Aufwandsbuchung bei der Personengesellschaft oder aber auch gesellschaftsrechtlich vereinbart werden (§ 109 bzw. § 163 HGB ). Im Fall gesellschaftsrechtlicher Vereinbarung sind die Beträge, die dem Gesellschafter zustehen sollen, bei der Gewinnverteilung als Vorweggewinn (Vorabgewinn) zu beurteilen.1) Eine entsprechende Vereinbarung könnte lauten:

Formulierungsbeispiel

"Für die Tätigkeit als Geschäftsführer ist G vor Restgewinnverteilung ein Gewinnanteil von X.XXX Euro zuzurechnen."

Die steuerrechtliche Zurechnung des Gewinnanteils beruht in diesen Fällen auf § 15 Abs. 1 Nr. 2 erster Halbsatz EStG . Dementsprechend darf im Gesamthandsbereich ebenso wie bei der Kapitalkontenverzinsung (§§ 121 , 168 ) kein Aufwand gebucht werden. Die Auszahlung dieser Gewinnanteile ist dann vielmehr als Entnahme des Gesellschafters zu buchen.