7.6 Verlustabzug nach § 10a GewStG

Autor: Bolk

7.65

Der über eine Personengesellschaft (Obergesellschaft) mittelbar an einer anderen Personengesellschaft (Untergesellschaft) Beteiligte ist sowohl Mitunternehmer der Obergesellschaft als auch Mitunternehmer der Untergesellschaft (§ 15 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG ). Gewerbesteuerrechtlich geht es um die Frage, ob ein auf die Obergesellschaft entfallender gewerbesteuerlicher Fehlbetrag i.S.d. § 10a GewStG aus ihrer Beteiligung an der Untergesellschaft im Rahmen der personenbezogenen Beurteilung direkt der Obergesellschaft als Mitunternehmerin zugerechnet wird oder im Durchgriff den Gesellschaftern der Obergesellschaft, weil diese aufgrund ihrer mittelbaren Beteiligung ebenfalls Mitunternehmer der Untergesellschaft sind.

7.66

Der BFH1) hat den Fehlbetrag unmittelbar der Obergesellschaft als Mitunternehmerin zugewiesen. Die Tatsache der mittelbaren Beteiligung sei danach unbeachtlich. Dem folgend kann der Gewerbeverlust der Untergesellschaft nach § 10a GewStG nur von den auf die Obergesellschaft entfallenden zukünftigen anteiligen Gewerbeerträgen der Untergesellschaft abgezogen werden.2) Dies wiederum hat zur Folge, dass der anteilige Verlustvortrag untergeht, wenn die Obergesellschaft im Wege des Gesellschafterwechsels oder der Anwachsung aus der Untergesellschaft ausscheidet. Das gilt selbst dann, wenn Übernehmer des Anteils ein Obergesellschafter sein sollte.3)