BFH - Urteil vom 09.07.2013
IX R 43/11
Normen:
HGB § 255 Abs. 1 Sätze 1, 2; EStDV § 11d Abs. 1 Satz 1; EStG § 7 Abs. 1 , Abs. 4 Satz 1 Nr. 2a ; EStG § 9 Abs. 1 Satz 1, Satz 3 Nr. 7 ;
Vorinstanzen:
FG Münster, vom 25.10.2011 - Vorinstanzaktenzeichen 13 K 1907/10

Steuerliche Behandlung der Kosten der Erbauseinandersetzung

BFH, Urteil vom 09.07.2013 - Aktenzeichen IX R 43/11

DRsp Nr. 2013/20774

Steuerliche Behandlung der Kosten der Erbauseinandersetzung

1. Erbauseinandersetzungskosten sind als Anschaffungsnebenkosten i.S. des § 255 Abs. 1 Satz 2 HGB im Wege der AfA abziehbar, wenn sie der Überführung der bebauten Grundstücke von der fremden in die eigene Verfügungsmacht und damit der alleinigen Verwirklichung des Tatbestands der Einkunftserzielung dienen.2. § 11d Abs. 1EStDV orientiert sich an den Werten des Rechtsvorgängers, erfasst daher nicht die beim Rechtsnachfolger angefallenen Anschaffungs- und Herstellungskosten.

Normenkette:

HGB § 255 Abs. 1 Sätze 1, 2; EStDV § 11d Abs. 1 Satz 1; EStG § 7 Abs. 1 , Abs. 4 Satz 1 Nr. 2a ; EStG § 9 Abs. 1 Satz 1, Satz 3 Nr. 7 ;

Gründe

I.

Streitig ist die steuerrechtliche Berücksichtigung von Anschaffungsnebenkosten bei einem (ansonsten) unentgeltlichen Erwerb.

Die Kläger und Revisionsbeklagten (Kläger) sind Eheleute und werden zur Einkommensteuer zusammen veranlagt. Die Klägerin und ihr Bruder waren zu gleichen Teilen Miterben des Nachlasses ihrer verstorbenen Eltern. Die Geschwister hatten sich schon vor 2001 über den Nachlass teilweise auseinandergesetzt. Aufgrund notarieller Vereinbarung vom 27. September 2001 setzten sie sich mit Wirkung vom 31. Juli 2001 über den ausschließlich aus Grundstücken bestehenden Restnachlass auseinander: Die Klägerin erhielt danach zwei mit Wohngebäuden bebaute Grundstücke zum Alleineigentum; der Bruder erhielt den restlichen Grundbesitz.