BFH - Urteil vom 14.09.1994
I R 12/94
Normen:
EStG § 16 Abs. 1 Nr. 2 , § 18 Abs. 3 S. 1, § 34 Abs. 1 , 2 Nr. 1 ;
Fundstellen:
BB 1995, 865
BB 1995, 910
BFHE 176, 520
BRAK-Mitt 1995, 175
BStBl II 1995, 407
DB 1995, 960
DStZ 1995, 440
NJW 1995, 1775
Vorinstanzen:
FG Düsseldorf, - Vorinstanzaktenzeichen EFG 1994, 295

BFH - Urteil vom 14.09.1994 (I R 12/94) - DRsp Nr. 1995/4410

BFH, Urteil vom 14.09.1994 - Aktenzeichen I R 12/94

DRsp Nr. 1995/4410

»1. Steuerrechtlich sind die durch Anwachsungen eintretenden Vermögensmehrungen wie eine Anteilsübertragung zu behandeln. 2. § 18 Abs. 3 EStG findet auch Anwendung, wenn ein Freiberufler einen "Teil" seines Mitunternehmeranteils an einer freiberuflich tätigen Personengesellschaft veräußert. 3. In den unter Nr. 2 genannten Fällen ist die Einstellung der freiberuflichen Tätigkeit in dem bisherigen Wirkungskreis wenigstens für eine gewisse Zeit keine Voraussetzung für die Anwendung des § 18 Abs. 3 EStG

Normenkette:

EStG § 16 Abs. 1 Nr. 2 , § 18 Abs. 3 S. 1, § 34 Abs. 1 , 2 Nr. 1 ;

Gründe:

I. Der Kläger und Revisionsbeklagte (Kläger) ist von Beruf Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Er führte bis Ende 1984 eine Einzelpraxis. Zum 1. Januar 1985 begründete er mit dem Wirtschaftsprüfer und Steuerberater B eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), in der beide ihre freiberufliche Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungstätigkeit ausübten. Der Kläger hielt zunächst einen Gesellschaftsanteil im Umfang von 95 v.H. und B einen solchen in Höhe von 5 v.H. Zum 1. Juli 1987 veränderten der Kläger und B ihre Gesellschaftsanteile an der GbR dahingehend, daß der Kläger zu 2/3 und B zu 1/3 beteiligt waren. Für die Veränderung zahlte B an den Kläger ein Entgelt, das beim Kläger einen Veräußerungsgewinn in Höhe. von 323 578 DM auslöste. Für diesen Gewinn beantragte er die Tarifermäßigung gemäß § 34 Abs. 2 Nr. 1 des Einkommensteuerbescheids ( EStG ). Dem folgte der Beklagte und Revisionskläger (das Finanzamt --FA--) nach Durchführung einer Betriebsprüfung nicht. Der Einspruch des Klägers gegen den Gewinnfeststellungsbescheid 1987 vom 28. Juni 1989 blieb erfolglos (Einspruchsentscheidung vom 30. August 1989).