2.6 Ausschlagung einer Erbschaft - Frist

Autor: Christ

2.6.1 Beratungssituation

In einem Beratungsgespräch berichtet der Mandant M von seinem überschuldeten ehe- und kinderlosen Onkel, Bruder seines Vaters, der unheilbar erkrankt ist und voraussichtlich in den kommenden Wochen versterben wird. Da die Eltern von M bereits verstorben sind und der Onkel keine weiteren Verwandten hat, befürchtet M, dass er Alleinerbe des Onkels werden wird, und fragt, was er dagegen unternehmen kann, da er kein Interesse daran hat, die Schulden des Onkels zu übernehmen. Neben dem Onkel hatte der Vater des Mandanten keine weiteren Geschwister.

M ist verheiratet und hat eine volljährige Tochter und einen noch minderjährigen Sohn. Enkelkinder gibt es keine.

Wenn M tatsächlich der nächste Angehörige des Onkels ist, ist es denkbar, dass er Alleinerbe des Onkels werden wird, wenn dieser verstirbt. Voraussetzung dafür ist, dass der Onkel keine eigenen Kinder, keinen Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner zum Zeitpunkt seines Todes hat, seine Eltern und sein Bruder bereits vorverstorben sind. Nach Kenntnisstand des Mandanten hat der Onkel weder ein Testament noch eine andere Verfügung von Todes wegen errichtet.

2.6.2 Rechtliche Einordnung

Sinn einer Ausschlagung

Kenntnis erlangt hat.