2.9 Erbenhaftung

Autor: Christ

2.9.1 Beratungssituation

Der Mandant M beauftragt Sie stolz mit der Erstellung seiner Erbschaftsteuererklärung. Er ist von seinem alleinstehenden, kinderlosen Onkel O zum Alleinerben bestellt worden. Nach seinen Angaben besteht der Nachlass aus einem Grundstück mit einem Verkehrswert von 500.000 Euro. Allerdings lastet auf diesem Grundstück eine Grundschuld für ein von der Bank X gewährte Darlehen i.H.v. 400.000 Euro, von dem bislang 20.000 Euro getilgt wurden. In dem ersten Gespräch bitten Sie ihn, die weiteren zum Nachlass gehörenden Gegenstände wie Bankkonten, Wertpapiere, Schulden u.Ä. zusammenzustellen, um die Erbschaftsteuererklärung richtig erstellen zu können. Im zweiten Gespräch ist M schon nicht mehr ganz so stolz, denn er musste feststellen, dass O zwar mehrere Bankkonten besitzt, diese sich aber mit insgesamt 80.000 Euro im Minus befinden. Außerdem hat der Erblasser von seiner Bekannten B ein Privatdarlehen i.H.v. 70.000 Euro erhalten, von dem bislang lediglich 3.000 Euro getilgt wurden. Weitere Vermögensbestandteile konnte er nicht ermitteln. Mithin stellt sich der Nachlass wie folgt dar:

Aktiva

Grundstück 500.000 Euro

Summe Aktiva: 500.000 Euro

Passiva

Darlehen bei der Bank X (ohne Berücksichtigung der Zinsverpflichtung): 380.000 Euro

Überziehungskredite Bankkonten: 80.000 Euro

Privatdarlehen bei B (ohne Berücksichtigung der Zinsverpflichtung): 67.000 Euro

Summe Passiva: 527.000 Euro