BFH vom 30.11.1978
V R 29/73
Normen:
UStG (1951) § 2 Abs. 2 ;
Fundstellen:
BFHE 127, 252
BStBl II 1979, 353

BFH, vom 30.11.1978 - Aktenzeichen V R 29/73

DRsp Nr. 1997/14079

»1. Die vom Reichsfinanzhof begründete (Urteile vom 08.06.1934 V A 581/33, RFHE 36, 214, RStBl 1934, 1486, und vom 11.10.1940 V 202/39, RFHE 49, 250, RStBl 1940, 982) und vom Bundesfinanzhof fortgesetzte (Urteile vom 15.06.1951 II 36/50 U, BFHE 55, 529, BStBl III 1951, 215, und vom 08.02.1955 V 162/52 S, BFHE 60, 294, BStBl III 1955, 113) Rechtsprechung zur Unternehmereinheit - vgl. zuletzt Urteil des Bundesfinanzhofs vom 26.04.1973 V R 40/71 , BFHE 109, 199 , BStBl II 1973, 549 - wird aufgegeben. 2. Nebengeordnete Personengesellschaften verlieren ihre Selbständigkeit als Unternehmer nicht dadurch, daß an jeder von ihnen die gleichen Personen im gleichen Verhältnis beteiligt sind und daß bei allen eine einheitliche Willensbildung gegeben ist. Unternehmer und Steuerschuldner ist die einzelne Personengesellschaft für die in ihrem Unternehmen ausgeführten Umsätze. 3. Der gegen den Gesellschafter einer Personengesellschaft wegen einer angeblichen Steuerschuld der Unternehmereinheit ergangene Haftungsbescheid kann nicht als Haftungsbescheid für eine Steuerschuld der Personengesellschaften aufrechterhalten werden.«

Normenkette:

UStG (1951) § 2 Abs. 2 ;

I. Das Finanzamt (Beklagter) hat unter dem 5. September 1968 gegen den Kläger folgenden Haftungsbescheid erlassen: