BFH vom 16.11.1978
V R 22/73
Normen:
UStG (1951) § 2 Abs. 2 ;
Fundstellen:
BFHE 127, 243
BStBl II 1979, 347

BFH, vom 16.11.1978 - Aktenzeichen V R 22/73

DRsp Nr. 1997/14077

»1. Die vom Reichsfinanzhof begründete (Urteile vom 26.09.1927 V A 417/27, RFHE 22, 69, RStBl 1927, 219; vom 08.06.1934 V A 581/33, RFHE 36, 214, RStBl 1934, 1486, und vom 11.10.1940 V 202/39, RFHE 49, 250, RStBl 1940, 982) und vom Bundesfinanzhof fortgesetzte (Urteile vom 15.06.1951 II 36/50 U, BFHE 55, 529, BStBl III 1951, 215, und vom 08.02.1955 V 162/52 S, BFHE 60, 294, BStBl III 1955, 113) Rechtsprechung zur Unternehmereinheit - vgl. zuletzt Urteil des Bundesfinanzhofs vom 26.04.1973 V R 40/71 , BFHE 109, 199 , BStBl II 1973, 549 - wird aufgegeben. 2. Eine GmbH verliert ihre Selbständigkeit als Unternehmer nicht dadurch, daß ihr Alleingesellschafter neben ihr als Einzelkaufmann tätig ist. Unternehmer und Steuerschuldner sind der Einzelkaufmann und die GmbH je für die im Rahmen ihres Unternehmens ausgeführten Umsätze. 3. Der gegen eine GmbH als Glied einer Unternehmereinheit ergangene Haftungsbescheid kann nicht in einen Steuerbescheid über die Steuerschuld der GmbH umgedeutet werden.«

Normenkette:

UStG (1951) § 2 Abs. 2 ;

I. Die Klägerin ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Alleiniger Gesellschafter war in der Zeit vom 6. Mai 1964 bis zur Veräußerung sämtlicher Anteile am 12. Juli 1965 der Kaufmann A. . Dieser betrieb im selben Zeitraum als Einzelkaufmann den W.A.-Verlag.