BGH - Urteil vom 25.11.1992
XII ZR 164/91
Normen:
BGB § 1602, § 1612 Abs. 2 S. 1; BSHG § 91 Abs. 3 ;
Fundstellen:
BGHR BGB § 1602 Abs. 1 Bedürftigkeit 2
BGHR BGB § 1602 Abs. 1 Bedürftigkeit 3
BGHR BGB § 1612 Abs. 2 Satz 1 Naturalunterhalt 4
BGHR BSHG § 91 Abs. 3 Satz 1 Härteprüfung 1
DAVorm 1993, 449
DRsp I(166)252b
DRsp I(167)398a-c
EzFamR BGB § 1612 Nr. 7
FamRZ 1993, 417
FuR 1993, 111
LM H. 6/93 § 1602 BGB Nr. 15
MDR 1993, 544
NJW-RR 1993, 322

BGH, Urteil vom 25.11.1992 - Aktenzeichen XII ZR 164/91

DRsp Nr. 1993/248

Anrechnung von Pflegegeld auf Mehrbedarf - Unterhaltsbestimmung bei Naturalleistungen - Bindung der Zivilgerichte an Härteentscheidung des Sozialhilfeträgers

»a) Bezieht ein Unterhaltsberechtigter Pflegegeld nach dem Landespflegegeldgesetz Rheinland-Pfalz vom 31. Oktober 1974 (GVBl. S. 466), so muß er sich das Pflegegeld jedenfalls auf seinen behinderungsbedingten Mehrbedarf anrechnen lassen. b) Erbringt ein Elternteil gegenüber seinem Kind teilweise Naturalleistungen, läßt aber die Art der Erfüllung des übrigen Unterhalts offen, so liegt keine Bestimmung im Sinne des § 1612 Abs. 2 Satz 1 BGB vor. c) Hat ein Träger der Sozialhilfe in dem Bescheid über die Überleitung des Unterhaltsanspruchs des Hilfeempfängers bestandskräftig zugleich darüber entschieden, daß die Inanspruchnahme des Unterhaltsverpflichteten keine Härte im Sinne des § 91 Abs. 3BSHG ist, so sind die Zivilgerichte hieran gebunden.«

Normenkette:

BGB § 1602, § 1612 Abs. 2 S. 1; BSHG § 91 Abs. 3 ;

Tatbestand:

Die klagende Stadt (in Rheinland-Pfalz) macht als Trägerin der Sozialhilfe gemäß § 90BSHG auf sie übergeleitete Unterhaltsansprüche des am 12. Juni 1955 geborenen schwerbehinderten Jürgen D. gegen die Beklagte geltend.