BVerfG - Beschluß vom 03.02.1959
2 BvO 2/56
Normen:
GG Art. 125 ; Gesetz Nr. 527 über die Sportwette vom 18. August 1948 (RegBl. S. 133) Baden-Württemberg § 3 Abs. 2 ;
Fundstellen:
BVerfGE 9, 153
DVBl 1959, 392
Vorinstanzen:
BFH, vom 30.04.1953 - Vorinstanzaktenzeichen V 24/52

BVerfG, Beschluß vom 03.02.1959 - Aktenzeichen 2 BvO 2/56

DRsp Nr. 1996/7391

Fortgeltung der Umsatzsteuerbefreiung der staatlichen Sport-Toto-GmbH in Baden-Württemberg

1. Unter "Abändern" i.S. von Art. 125GG fällt jeder Eingriff in den reichsrechtlichen Rechtsbestand.2. Sinn der landesrechtlichen Vorschrift ist es, daß die Gesellschaft dem jeweiligen Träger staatlicher Steuerhoheit gegenüber von allen Steuern befreit sein sollte, gleichgültig, ob sie auf früherem Reichsrecht oder auf Landesrecht beruhen. "Staat" ist nicht in dem Sinne = "Land" im Gegensatz zu "Reich" oder "Bund" zu verstehen.

Normenkette:

GG Art. 125 ; Gesetz Nr. 527 über die Sportwette vom 18. August 1948 (RegBl. S. 133) Baden-Württemberg § 3 Abs. 2 ;

Gründe:

I.

Das Land Württemberg-Baden hat durch das Gesetz Nr. 527 über die Sportwette vom 18. August 1948 (RegBl. S. 133) - im folgenden: G 527 - einen Totalisator für Sportwetten errichtet. Nach der hierzu ergangenen Durchführungsverordnung Nr. 529 des Finanzministeriums vom 13. September 1948 (RegBl. S. 133) wird das Sport-Toto in Württemberg-Baden durch die staatliche Sport-Toto-GmbH mit Sitz in Stuttgart durchgeführt, deren Stammkapital nach dem Gesellschaftsvertrag vom 7. Oktober 1948 zu 3/4 in den Händen des Landes ist.

§ 3 des Gesetzes Nr. 527 bestimmt in Absatz 1, daß für die Wetten die §§ 10 bis 15 des Rennwett- und Lotterie-Gesetzes entsprechend gelten.

§ 3 Abs. 2 lautet wie folgt: