OLG Karlsruhe vom 21.10.1991
13 W 223/91
Normen:
ZPO § 91;
Fundstellen:
DRsp IV(409)270Nr.1a
MDR 1992, 191

OLG Karlsruhe - 21.10.1991 (13 W 223/91) - DRsp Nr. 1993/2041

OLG Karlsruhe, vom 21.10.1991 - Aktenzeichen 13 W 223/91

DRsp Nr. 1993/2041

a. Erstattungsfähigkeit der Umsatzsteuer für vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmer. Ist die erstattungsberechtigte Partei Unternehmer und gehört der Gegenstand des Rechtsstreits zu dem Unternehmensbereich, so obliegt es ihr, glaubhaft zu machen, daß sie dennoch nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist. Die vom Prozeßbevollmächtigten der obsiegenden Partei berechnete Mehrwertsteuer ist grundsätzlich nicht erstattbar, wenn die Partei insoweit vorsteuerabzugsberechtigt ist. Dies gilt zumindest dann, wenn diese Berechtigung unstreitig ist (OLG Hamburg, DRsp IV (409) 263 a = NJW 1991, 575; so auch OLG Hamm, JurBüro 1991, 1072 m. Anm. Hansens; NJW 1991, 3160; OLG Bamberg, JurBüro 1991, 1076; 1991, 1082 m. Anm. Mümmler; LAG Hamburg, JurBüro 1991, 1078; OLG Köln, NJW 1991, 3156; OLG Nürnberg, NJW 1991, 3159; OLG Düsseldorf, NJW 1991, 3160; aA.: OLG Braunschweig, NJW 1991, 3155; OLG Oldenburg, NJW 1991, 3156; LAG Düsseldorf, MDR 1992, 80 m.w.N.; vgl. zum Ganzen Späth, NJW 1991, 3127). Zweifelhaft ist, wie in umsatzsteuerrechtlich schwierigen Fällen zu verfahren ist, wenn insbesondere die Vorsteuerabzugsberechtigung bestritten wird (vgl. hierzu OLG Hamburg, NJW 1991, 575; OLG Zweibrücken, NJW, 1991, 3160). Bei einem Unternehmen hat der Kostenpflichtige lediglich die Unternehmereigenschaft des Erstattungsberichtigten i.S. von § 2 UStG und die Zugehörigkeit des Prozesses zum Unternehmensbereich darzulegen. Macht dieser geltend, dennoch nicht vorsteuerabzugsberechtigt zu sein, hat er dies notfalls durch eine Bescheinigung des Finanzamts glaubhaft zu machen. * * * Abstract (Bearbeiter: Richter am Landgericht Reinhold Becker, Köln)

Normenkette:

ZPO § 91;
Fundstellen
DRsp IV(409)270Nr.1a
MDR 1992, 191