BFH - Urteil vom 13.11.2003
V R 79/01
Normen:
UStG (1980) § 1 Abs. 1 Nr. 1 S. 1 § 4 Nr. 8 lit. c § 9 Abs. 1 § 10 Abs. 3 S. 2 § 13 Abs. 1 Nr. 3 § 14 Abs. 2 S. 1 § 14 Abs. 3, (1993) § 1 Abs. 1a ; Richtlinie 77/388/EWG Art. 10 Art. 21 Nr. 1 lit. c ; AO (1977) §§ 47 169 ff. 175 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 ;
Fundstellen:
BB 2004, 759
BFH/NV 2004, 685
BFHE 204, 332
BStBl II 2004, 375
DB 2004, 2142
DStR 2004, 629
Vorinstanzen:
FG Niedersachsen, vom 23.08.2001 - Vorinstanzaktenzeichen 5 K 534/96

BFH, Urteil vom 13.11.2003 - Aktenzeichen V R 79/01

DRsp Nr. 2004/4470

Steuerausweis nach Ablauf der Festsetzungsfrist

»1. Weist ein Unternehmer in einer Rechnung Umsatzsteuer gesondert erst zu einem Zeitpunkt aus, in dem die ursprünglich entstandene Steuer für seine Leistung wegen Ablaufs der Festsetzungsfrist nicht mehr erhoben werden kann, so schuldet er die ausgewiesene Steuer nach § 14 Abs. 2 Satz 1 UStG .2. In diesem Fall liegt ein rückwirkendes Ereignis i.S. des § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO 1977 vor.«

Normenkette:

UStG (1980) § 1 Abs. 1 Nr. 1 S. 1 § 4 Nr. 8 lit. c § 9 Abs. 1 § 10 Abs. 3 S. 2 § 13 Abs. 1 Nr. 3 § 14 Abs. 2 S. 1 § 14 Abs. 3, (1993) § 1 Abs. 1a ; Richtlinie 77/388/EWG Art. 10 Art. 21 Nr. 1 lit. c ; AO (1977) §§ 47 169 ff. 175 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 ;

Gründe:

I. Der Kläger und Revisionsbeklagte (Kläger) betrieb bis zum 30. Juni 1988 als Einzelunternehmer eine Handelsvertretung. Zum 1. Juli 1988 brachte er sein Unternehmen in eine GmbH ein. Der Kläger unterwarf die Einbringung weder der Umsatzsteuer noch stellte er der GmbH hierüber eine Rechnung aus.

Dieser Sachverhalt wurde im Rahmen einer bei der GmbH durchgeführten steuerlichen Außenprüfung bekannt. Der Kläger stellte daraufhin im September 1995 der GmbH über die Einbringung folgende Rechnung aus, in der er Steuer in Höhe von 25 200 DM gesondert auswies:

"Einbringung des Einzelunternehmens in die X-GmbH

Zeitpunkt Juli 1988

Ausgleichsanspruch des HV gemäß § 89b 150.000