BGH - Versäumnisurteil vom 22.11.2007
VII ZR 83/05
Normen:
UStG § 1 Abs. 1 Nr. 1 § 10 Abs. 1 ; BGB § 649 S. 2 ; VOB/B § 8 Nr. 1 Abs. 2 ;
Fundstellen:
BGHReport 2008, 318
BGHZ 174, 267
BauR 2008, 506
DB 2008, 230
MDR 2008, 259
NJW 2008, 1522
NZBau 2008, 247
WM 2008, 889
ZfBR 2008, 264
Vorinstanzen:
OLG Köln, vom 16.02.2005 - Vorinstanzaktenzeichen 11 U 87/04
LG Köln, vom 17.03.2004 - Vorinstanzaktenzeichen 14 O 497/02

BGH, Versäumnisurteil vom 22.11.2007 - Aktenzeichen VII ZR 83/05

DRsp Nr. 2008/1061

Umsatzsteuerpflicht der nach freier Kündigung eines Bauvertrages zu zahlenden Vergütung

»Die gemäß § 649 Satz 2 BGB oder § 8 Nr. 1 Abs. 2VOB/B nach freier Kündigung eines Bauvertrages zu zahlende Vergütung ist nur insoweit Entgelt im Sinne von § 10 Abs. 1 UStG und damit Bemessungsgrundlage für den gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG steuerbaren Umsatz, als sie auf schon erbrachte Leistungsteile entfällt (Bestätigung von BGH, Urteil vom 4. Juli 1996 - VII ZR 227/93, BauR 1996, 846 = NJW 1996, 3270; Urteil vom 2. Juni 1987 - X ZR 39/86 , BGHZ 101, 130 ).«

Normenkette:

UStG § 1 Abs. 1 Nr. 1 § 10 Abs. 1 ; BGB § 649 S. 2 ; VOB/B § 8 Nr. 1 Abs. 2 ;

Tatbestand:

Die Beklagten wenden sich im Revisionsverfahren noch dagegen, dass sie nach der freien Kündigung eines Werkvertrages zur Zahlung von Umsatzsteuer auf die gesamte von ihnen geschuldete Vergütung verurteilt worden sind.

Die Beklagten beauftragten im Jahr 2001 unter Vereinbarung der VOB/B den Kläger mit der Planung und Errichtung eines Einfamilienhauses. Der Vertrag enthält folgende Bestimmung:

"Der Pauschalpreis enthält die derzeit gültige Mehrwertsteuer (16 %), wenn und soweit diese anfällt."

Der Vertrag ist durch eine freie Kündigung der Beklagten beendet.