BFH - Beschluss vom 23.11.2006
V R 55/03
Normen:
EWGR 388/77 Art. 13 Teil A Abs. 1 lit. b Art. 13 Abs. 2 lit. a ; UStG (1980) § 4 Nr. 15 lit. b § 4 Nr. 16 lit. c ;
Vorinstanzen:
FG Münster, vom 19.08.2003 - Vorinstanzaktenzeichen 15 K 8753/98

BFH, Beschluss vom 23.11.2006 - Aktenzeichen V R 55/03

DRsp Nr. 2007/801

USt: Beitrittsaufforderung an BMF - umsatzsteuerrechtliche Behandlung medizinischer Analysen

1. Das BMF wird aufgefordert, dem Verfahren nach der Entscheidung des EuGH vom 6.6.2006 Rs C 106/05 L.u.P. GmbH beizutreten.2. Es stellt sich die Frage,a) ob § 4 Nr. 16 Buchst. c UStG 1980/1991/1993 den Beschluss des BVerfG in BVerfGE 43, 58 , UR 1977, 32 zur rechtsformunabhängigen steuerlichen Behandlung medizinischer Analysen hinreichend umsetzt,b) die Voraussetzungen der 40-Prozent-Grenze in § 4 Nr. 16 Buchst. c UStG in rechtlicher/tatsächlicher Hinsicht erfüllbar sind.

Normenkette:

EWGR 388/77 Art. 13 Teil A Abs. 1 lit. b Art. 13 Abs. 2 lit. a ; UStG (1980) § 4 Nr. 15 lit. b § 4 Nr. 16 lit. c ;

Gründe:

I. Die Klägerin und Revisionsklägerin (Klägerin) ist eine GmbH. Ihr alleiniger Gesellschafter ist der Arzt für Laboratoriumsmedizin Dr. S. Die Klägerin führte in den Jahren 1990 bis 1993 (Streitjahre) u.a. im Auftrag zweier Laborgemeinschaften medizinische Analysen durch. Die Laborgemeinschaften waren Gesellschaften bürgerlichen Rechts, zu denen sich praktische Ärzte zusammengeschlossen hatten. Diese hatten die Analysen im Rahmen ihrer Heilbehandlungen angeordnet.

Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt --FA--) behandelte die Leistungen der Klägerin an die Laborgemeinschaften als steuerpflichtig.

Einspruch und Klage gegen die Steuerbescheide hatten keinen Erfolg.