BGH - Urteil vom 28.11.1990
XII ZR 16/90
Normen:
BGB §§ 138, 242, 1585c ;
Fundstellen:
BGHR BGB § 1585c, Scheidungsvereinbarung, vorsorgliche 2
BGHR BGB § 242 Rechtsausübung, unzulässige 19
DRsp I(166)221c-d
FamRZ 1991, 306
JR 1991, 332
JuS 1991, 602
JurBüro 1991, 649
LM § 138 [Cd] BGB Nr. 28
NJ 1991, 125
NJW 1991, 913
NJW-RR 1991, 579

BGH, Urteil vom 28.11.1990 - Aktenzeichen XII ZR 16/90

DRsp Nr. 1992/906

Verzicht auf nachehelichen Unterhalt

»a) Der Senat hält daran fest, daß Verlobte oder Eheleute für den Fall der Scheidung ihrer (künftigen) Ehe auch auf einen Unterhaltsanspruch nach § 1570BGB wirksam verzichten könne (Bestätigung des Senatsurteils vom 24. April 1985 - IVb ZR 22/84 - FamRZ 1985, 788 ). b) Die Berufung auf einen Unterhaltsverzicht kann treuwidrig sein, solange der Unterhaltsberechtigte durch die Betreuung eines gemeinsamen Kindes an einer Erwerbstätigkeit gehindert ist und ohne Leistung von Unterhalt auf Sozialhilfe angewiesen wäre.«

Normenkette:

BGB §§ 138, 242, 1585c ;

Tatbestand:

Die klagende Stadt (im folgenden Klägerin) nimmt den Beklagten aus übergeleitetem Recht auf Erstattung von Leistungen in Anspruch, die sie als Sozialhilfeträgerin seiner geschiedenen Ehefrau gewährt hat. Der Beklagte beruft sich darauf, Unterhaltsansprüche bestünden nicht, weil ein wirksamer Unterhaltsverzicht vorliege.