BFH - Urteil vom 20.11.2018
VIII R 26/15
Normen:
EStG § 18 Abs. 1 Nr. 1 , § 15 Abs. 2 Satz 1; GewStG § 2 Abs. 1; SGB V §§ 140a ff., § 124 Abs. 2; UStG § 4 Nr. 14 ;
Fundstellen:
BB 2019, 917
BFH/NV 2019, 629
BFHE 263, 162
DB 2019, 1005
DStRE 2019, 601
DStZ 2019, 323
Vorinstanzen:
FG Niedersachsen, vom 28.04.2015 - Vorinstanzaktenzeichen 13 K 50/14

BFH, Urteil vom 20.11.2018 - Aktenzeichen VIII R 26/15

DRsp Nr. 2019/5675

Voraussetzungen der Zuordnung der Einkünfte eines Heileurythmisten zu den Einkünften aus selbständiger Tätigkeit Voraussetzungen der Gewerbesteuerpflicht

1. Der Abschluss eines Integrierten Versorgungsvertrags nach §§ 140a ff. SGB V (sog. IV–Verträge) zwischen dem Berufsverband der Heileurythmisten und einer gesetzlichen Krankenkasse stellt ein ausreichendes Indiz für das Vorliegen einer dem Katalogberuf des Krankengymnasten/Physiotherapeuten ähnlichen Ausbildung und Tätigkeit i.S. des § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG dar. 2. Eine weitergehende Prüfung der Vergleichbarkeit der Ausbildung und Tätigkeit des Heileurythmisten mit der eines Krankengymnasten/Physiotherapeuten ist aufgrund der indiziellen Wirkung der Teilnahmeberechtigung an den Leistungen der sog. IV–Verträge nicht erforderlich.

Tenor

Auf die Revision der Klägerin werden das Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichts vom 28. April 2015 13 K 50/14 sowie der Bescheid vom 10. Oktober 2012 betreffend den Gewerbesteuermessbetrag für 2011 in der Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 12. Februar 2014 aufgehoben.

Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.

Normenkette:

EStG § 18 Abs. 1 Nr. 1 , § 15 Abs. 2 Satz 1; GewStG § 2 Abs. 1; SGB V §§ 140a ff., § 124 Abs. 2; UStG § 4 Nr. 14 ;

Gründe

I.