BGH - Urteil vom 28.06.1978
IV ZR 47/77
Normen:
BGB § 1363, § 1371, § 1372 (i.d.F. des GleichberG vom 18. Juni 1957, BGBl I S. 609), § 1378 Abs. 3 (i.d.F. vom 14. Juni 1976, BGBl I S. 1421);
Fundstellen:
BGHZ 72, 85
FamRZ 1978, 678
LSK-FamR/Hülsmann, § 1371 BGB LS 5
LSK-FamR/Hülsmann, § 1372 BGB LS 1
Vorinstanzen:
LG Saarbrücken, vom 28.02.1977

BGH, Urteil vom 28.06.1978 - Aktenzeichen IV ZR 47/77

DRsp Nr. 1994/5301

Zugewinnausgleich bei gleichzeitigem Tod beider Ehegatten

»Endet die Zugewinngemeinschaft durch gleichzeitigen Tod beider Ehegatten, so findet ein Zugewinnausgleich nicht statt.«

Normenkette:

BGB § 1363, § 1371, § 1372 (i.d.F. des GleichberG vom 18. Juni 1957, BGBl I S. 609), § 1378 Abs. 3 (i.d.F. vom 14. Juni 1976, BGBl I S. 1421);

Tatbestand:

Das Ehepaar Dr. W. ist bei einem Flugzeugabsturz in P. (Tahiti) am 22. Juli 1973 ums Leben gekommen. Die Kläger sind die gesetzlichen Erben der Frau Dr. Ingund W., die Beklagten die gesetzlichen Erben ihres Ehemanns Dr. Bertram W. Die Parteien gehen - entsprechend der Vermutung des § 11 Verschollenheitsgesetz - davon aus, dass keiner der verunglückten Ehegatten den anderen überlebt hat.

Die beiden Erblasser hatten im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelebt. Am 6. August 1973 ist für die damals unbekannten Erben Nachlaßpflegschaft angeordnet worden; aus dem hierfür erstellten Nachlaßverzeichnis ergibt sich, dass der Zugewinn des verstorbenen Ehemanns den der verstorbenen Ehefrau übersteigt.