BFH - Urteil vom 16.07.2025
I R 1/23
Normen:
KStG § 8c Abs. 1 S. 1; UmwStG 2006 § 2 Abs. 4 S. 1; UmwStG 2006 § 2 Abs. 4 S. 2; UmwStG 2006 § 4 Abs. 2 S. 2; UmwStG 2006 § 12 Abs. 3 Hs. 2; EStG § 10d Abs. 1 S. 1; EStG § 10d Abs. 1 S. 5;
Fundstellen:
BB 2025, 2645
DStR 2025, 2597
DB 2025, 2879
DStRE 2025, 1463
BFH/NV 2026, 78
ZIP 2026, 491
BB 2026, 611
GmbHR 2026, 600
Vorinstanzen:
FG Köln, vom 08.12.2022 - Vorinstanzaktenzeichen 13 K 198/20

Steuermindernde Verrechnung negativer Einkünfte mit einem im Vorjahr erwirtschafteten Verlustausgleichsvolumen

BFH, Urteil vom 16.07.2025 - Aktenzeichen I R 1/23

DRsp Nr. 2025/13337

Steuermindernde Verrechnung negativer Einkünfte mit einem im Vorjahr erwirtschafteten Verlustausgleichsvolumen

Negative Einkünfte, die im Wirtschaftsjahr des schädlichen Beteiligungserwerbs vor diesem Zeitpunkt angefallen sind, unterliegen zwar insoweit der Abzugsbeschränkung nach § 8c des Körperschaftsteuergesetzes (KStG), als sie zum Beispiel nicht in die danach folgenden Wirtschaftsjahre vorgetragen werden können. § 8c KStG schließt es aber nicht aus, solche Einkünfte mit einem im Vorjahr erwirtschafteten Verlustausgleichsvolumen (positiver Gesamtbetrag der Einkünfte) steuermindernd zu verrechnen.

Tenor

Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts Köln vom 08.12.2022 - 13 K 198/20 wird als unbegründet zurückgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.

Normenkette:

KStG § 8c Abs. 1 S. 1; UmwStG 2006 § 2 Abs. 4 S. 1; UmwStG 2006 § 2 Abs. 4 S. 2; UmwStG 2006 § 4 Abs. 2 S. 2; UmwStG 2006 § 12 Abs. 3 Hs. 2; EStG § 10d Abs. 1 S. 1; EStG § 10d Abs. 1 S. 5;

Gründe

I.

Die Klägerin und Revisionsbeklagte (Klägerin), eine GmbH, erwarb am 17.10.2018 Anteile im Nennwert von insgesamt 115.000 € am 500.000 € betragenden Stammkapital der E GmbH (GmbH). Da die übrigen Anteile im Nennwert von 385.000 € von der GmbH selbst gehalten wurden, war die Klägerin durch den Anteilserwerb zur alleinigen Gesellschafterin geworden.