21.6 Steuerbilanz der Gesellschaft, an der die Beteiligung erworben wurde, und Sonderbilanz für den Erwerber

Autor: Bolk

21.6.1 Gesamthandsbilanz

21.31

Die Gesamthands(steuer)bilanz weicht aufgrund eines Gesellschafterwechsels grundsätzlich nicht von der handelsrechtlich gebotenen Bilanzierung ab. Dennoch ist zu berücksichtigen, dass mit dem Erwerb des Mitunternehmeranteils steuerrechtlich betrachtet - anders als nach Handels- und Gesellschaftsrecht - keine Anschaffung eines Vermögensgegenstands oder Wirtschaftsguts verbunden ist. Vielmehr handelt es sich um den entgeltlichen Erwerb der Anteile an den zum gesamthänderisch gebundenen Betriebsvermögen gehörenden bilanzierten und nicht bilanzierten Wirtschaftsgütern nach Maßgabe des § 39 Abs. 2 Nr. 2 AO.35 Der Erwerb dieser Anteile ist mit den Anschaffungskosten nach § Abs. zu bewerten. Die dem folgende Aktivierung geschieht in der Steuerbilanz (Gesamthandsbilanz) durch Fortführung der bereits bilanzierten anteiligen Buchwerte. Weil die Zahlung des Erwerbers des Mitunternehmeranteils nicht das Gesamthandsvermögen beeinflusst, sondern nur das Vermögen des Altgesellschafters, verursacht der Erwerb keine Änderung der Bewertung des Gesamthandsvermögens. Für den Erwerber ist deshalb das Kapitalkonto (ggf. die Kapitalkonten bei Kontentrennung) nach Maßgabe des Gesellschaftsvertrags in gleicher Höhe fortzuführen.