22.3 Gestaltungsmöglichkeiten

Autoren: Mirbach/Probst

22.3.1 Prospektive Maßnahmen

22.58

Sofern Anteile an einer Kapitalgesellschaft übertragen werden sollen, ist das Vorliegen noch nicht ausgeschöpfter Verluste zu prüfen. Hierbei ist maßgeblich auf den Zeitpunkt der geplanten Transaktion abzustellen, so dass auch bis dahin voraussichtlich noch anfallende Verluste zu erfassen sind, die durch Rücktrag nicht ausgeschöpft werden können und auch nicht durch vorhandene stille Reserven "gedeckt" sind (vgl. oben Rdnr. 22.29). Ist dies der Fall, können die folgenden Maßnahmen erwogen werden:

Hinauszögerung der Übertragung bis zum Verbrauch des Verlustvortrags bzw. Vorverlagerung auf einen Zeitpunkt, in dem für die Zukunft befürchtete Verluste noch nicht eingetreten sind;

"Beschleunigung des Verlustverbrauchs" durch gewinnrealisierende schuldrechtliche Vereinbarungen (z.B. Zahlung von Dienstleistungsentgelten) oder Ausnutzung des Abzinsungsgebots gem. § 6 Abs. 1 Nr. 3 EStG durch Gewährung eines zinslosen Gesellschafterdarlehens;73