6.4 Unternehmenskauf in der Krise des Unternehmens selbst

Autor: Kreide

6.39

Der klassische Fall ist der Verkauf aufgrund einer Krise des zu veräußernden Unternehmens selbst. Dabei kommen verschiedene Krisenstadien in Betracht.

So kann sich ein Konzern strategisch auf andere Geschäftsfelder fokussieren, da das zu verkaufende Unternehmen den Renditeerwartungen nicht entspricht. In diesem frühen Krisenstadium werden die Unterschiede zu einem normalen Unternehmensverkauf sehr gering sein.

Befindet sich das Unternehmen in einem späten Krisenstadium, etwa einer Ertrags- oder Liquiditätskrise, muss sich der Erwerber die Frage stellen, inwieweit sich seine Investition einschließlich seiner Renditeerwartung amortisieren wird. Dies hängt zum einen davon ab, ob das Geschäftsmodell langfristig tragfähig ist oder ob Synergieeffekte durch Eingliederung oder Zusammenarbeit mit dem Käufer gehoben werden können. Daneben muss sorgfältig untersucht werden, ob die Krisenursachen durch organisatorische oder personelle Maßnahmen behoben werden können, etwa weil schlechte Managemententscheidungen getroffen wurden oder scheinbar banale Dinge wie die Abstimmung zwischen Vertrieb und Produktion hinsichtlich Kosten und Lieferfähigkeit mangelhaft war. Diese Fragen sind im Vorfeld der Transaktion im Rahmen der Due Diligence zu klären.

6.40