H 8.2 KStR2004
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H 8.2 KStR2004 Hinweise

H 8.2 Hinweise

KStR2004 ( Körperschaftsteuer-Richtlinien 2015 (KStR 2015) und Hinweise 2015 (Amtliches Körperschaftsteuer-Handbuch 2015) )

 
 

Anwendungsfragen zur Besteuerung von BgA und Eigengesellschaften von jPöR >BMF vom 12. 11. 2009, BStBl I S. 1303 Betriebsvermögen Zum Begriff des notwendigen Betriebsvermögens >R 4.2 EStR Wesentliche Betriebsgrundlagen sind auch ohne eine entsprechende Widmung stets als notwendiges Betriebsvermögen des BgA zu behandeln (>BFH vom 14. 3. 1984, I R 223/80, BStBl II S. 496). Der Annahme notwendigen Betriebsvermögens des BgA steht nicht entgegen, dass sich das Wirtschaftsgut räumlich im hoheitlichen Bereich der Trägerkörperschaft befindet (>BFH vom 27. 6. 2001, I R 82-85/00, BStBl II S. 773). Die Annahme von Betriebsvermögen des BgA ist hingegen ausgeschlossen, wenn das Wirtschaftsgut zum Hoheitsbereich der Trägerkörperschaft gehört; dies gilt auch dann, wenn das Wirtschaftsgut eine wesentliche Betriebsgrundlage des BgA darstellt (>BFH vom 17. 5. 2000, I R 50/98, BStBl 2001 II S. 558). Hoheitsvermögen kann kein gewillkürtes Betriebsvermögen darstellen (>BFH vom 7. 11. 2007, I R 52/06, BStBl 2009 II S. 248) Buchführungspflicht >BMF vom 3. 1. 2013, BStBl I S. 59 Angemessene Eigenkapitalausstattung >BFH vom 9. 7. 2003, I R 48/02, BStBl 2004 II S. 425 Eigenkapitalausstattung und Darlehensgewährung >BFH vom 1. 9. 1982, I R 52/78, BStBl 1983 II S. 147 Einkunftsart Einkünfte eines BgA stellen stets gewerbliche Einkünfte i. S. d. § 15 EStG dar. Das gilt auch im Fall der Verpachtung eines BgA (>BFH vom 1. 8. 1979, I R 106/76, BStBl II S. 716). Kapitalertragsteuer Zur Kapitalertragsteuer auf Leistungen eines mit eigener Rechtspersönlichkeit ausgestatteten BgA bzw. auf den Gewinn eines BgA ohne eigene Rechtspersönlichkeit, die zu einer beschränkten Steuerpflicht der Trägerkörperschaft nach § 2 Nr. 2 KStG mit abgeltendem Steuerabzug (§ 32 Abs. 1 Nr. 2 KStG) führt >BMF vom 9. 1. 2015, BStBl I S. 111. Konzessionsabgaben Zur Abziehbarkeit von Konzessionsabgaben >BMF vom 9. 2. 1998, BStBl I S. 209 und >BMF vom 27. 9. 2002, BStBl I S. 940 sowie (insbesondere in der Anlaufphase) >BFH vom 6. 4. 2005, I R 15/04, BStBl 2006 II S. 196. Zur Bestimmung der Einwohnerzahl >BFH vom 31. 1. 2012, I R 1/11, BStBl II S. 694 und >BMF vom 24. 8. 2012, BStBl I S. 904. Miet- oder Pachtverträge Die fiktive Verselbständigung des BgA im Rahmen der Einkommensermittlung lässt grundsätzlich auch die steuerliche Berücksichtigung von Miet- und Pachtvereinbarungen des BgA mit seiner Trägerkörperschaft zu. Miet- oder Pachtverträge zwischen der jPöR und ihrem BgA können allerdings im Hinblick auf den Besteuerungszweck des § 1 Abs. 1 Nr. 6 i. V. m. § 4 KStG nicht der Besteuerung zugrunde gelegt werden, soweit Wirtschaftsgüter überlassen werden, die für den BgA eine wesentliche Grundlage bilden (>BFH vom 14. 3. 1984, I R 223/80, BStBl II S. 496). Dies gilt auch dann, wenn das Wirtschaftsgut - wie z. B. eine öffentliche Straßenfläche - zum Hoheitsbereich der jPöR gehört und die Annahme von >Betriebsvermögen des BgA ausscheidet (>BFH vom 17. 5. 2000, I R 50/98, BStBl 2001 II S. 558). Rechnungsprüfung Angemessene Aufwendungen eines BgA für gesetzlich vorgesehene Rechnungs- und Kassenprüfungen durch das Rechnungsprüfungsamt der Trägerkörperschaft sind als Betriebsausgaben abziehbar (>BFH vom 28. 2. 1990, I R 137/86, BStBl II S. 647). Sondernutzungsentgelte Soweit hoheitliches Vermögen auf Grund von Sondernutzungsentgelten genutzt wird, kann dies zu Betriebsausgaben führen (>BFH vom 6. 11. 2007, I R 72/06, BStBl 2009 II S. 246). Steuerrechtssubjekt i. S. d. § 1 Abs. 1 Nr. 6 KStG Die Trägerkörperschaft ist Steuerrechtssubjekt i. S. d. § 1 Abs. 1 Nr. 6 KStG wegen jedes einzelnen von ihr unterhaltenen BgA. Für jeden einzelnen BgA ist das Einkommen gesondert zu ermitteln und die Körperschaftsteuer gesondert gegen die Trägerkörperschaft festzusetzen (>BFH vom 13. 3. 1974, I R 7/71, BStBl II S. 391, >BFH vom 8. 11. 1989, I R 187/85, BStBl 1990 II S. 242 und >BFH vom 17. 5. 2000, I R 50/98, BStBl 2001 II S. 558). Überführung von Wirtschaftsgütern Werden Wirtschaftsgüter in einen anderen BgA derselben Trägerkörperschaft überführt, ist dieser Vorgang infolge der fiktiven Verselbständigung des rechtlich unselbständigen BgA im Rahmen der Einkommensermittlung als vGA des abgebenden sowie als verdeckte Einlage bei dem aufnehmenden Betrieb zu berücksichtigen (>BFH vom 24. 4. 2002, I R 20/01, BStBl 2003 II S. 412). Zur Bewertung der vGA mit dem gemeinen Wert >H 8.6 Hingabe von Wirtschaftsgütern und zur Bewertung der verdeckten Einlage mit dem Teilwert >§ 8 Abs. 1 KStG i. V. m. § 6 Abs. 1 Nr. 5 und 6 EStG und >R 8.9 Abs. 4. Vereinbarungen Vereinbarungen zwischen dem rechtlich unselbständigen BgA und seiner Trägerkörperschaft sind aufgrund der fiktiven Verselbständigung des BgA im Rahmen der Einkommensermittlung steuerlich grundsätzlich zu berücksichtigen, zur Ausnahme bei Miet- und Pachtverträgen über wesentliche Betriebsgrundlagen >Miet- oder Pachtverträge. Aufgrund der engen Beziehung zwischen Trägerkörperschaft und rechtlich unselbständigem BgA sind für eine steuerliche Anerkennung der Vereinbarungen die für beherrschende Anteilseigner einer Kapitalgesellschaft geltenden Grundsätze maßgebend. Soweit bei der Ermittlung des Einkommens Minderungen des dem BgA zuzuordnenden Vermögens zugunsten des übrigen Vermögens der Trägerkörperschaft zu beurteilen sind, ist das Einkommen zu ermitteln, als ob der BgA ein selbständiges Steuersubjekt in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft und die Trägerkörperschaft deren Alleingesellschafter ist (>BFH vom 3. 2. 1993, I R 61/91, BStBl II S. 459, >BFH vom 10. 7. 1996, I R 108-109/95, BStBl 1997 II S. 230 und >BFH vom 17. 5. 2000, I R 50/98, BStBl 2001 II S. 558). Zuwendungen Zuwendungen an Trägerkörperschaft Die fiktive Verselbständigung des BgA im Rahmen der Einkommensermittlung schließt die steuerrechtliche Anerkennung sowohl von Vereinbarungen als auch von sonstigen Geschäftsvorfällen zwischen der Trägerkörperschaft und dem unselbständigen BgA ein. Die Rspr. erkennt demzufolge grundsätzlich auch eine gewinnmindernde Berücksichtigung von Zuwendungen i. S. d. § 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG an, die der rechtlich unselbständige BgA zugunsten der Trägerkörperschaft leistet (>BFH vom 5. 6. 1962, I 31/61, BStBl III S. 355 und >BFH vom 12. 10. 1978, I R 149/75, BStBl 1979 II S. 192). Auswirkung von Zuwendungen auf den Gewinn Zuwendungen zugunsten seiner Trägerkörperschaft kann der BgA nur dann gewinnmindernd berücksichtigen, wenn er die Zuwendung auch bei Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters geleistet hätte und die Zuwendung ihre Ursache nicht in der engen Bindung des BgA an die Trägerkörperschaft, mithin in der trägerschaftlichen Beziehung findet; andernfalls kommt es zu einer vGA (>BFH vom 21. 1. 1970, I R 23/68, BStBl II S. 468, >BFH vom 12. 10. 1978, I R 149/75, BStBl 1979 II S. 192 und >BFH vom 1. 12. 1982, I R 101/79, BStBl 1983 II S. 150). >H 9 Zuwendungen und Spenden an den Träger der Sparkasse (Gewährträger)