H B 164 (1) ErbStR2019
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III. Bewertungsgesetz
D. Land- und forstwirtschaftliches Vermögen
Zu § 164 BewG

H B 164 (1) ErbStR2019 Hinweise

H B 164 (1) Hinweise

ErbStR2019 ( Amtliches Erbschaftsteuer-Handbuch 2019 )

 
 

Mindestwert 1.Mindestwert der landwirtschaftlichen Nutzung Beispiel: Landwirtschaftsbetrieb in Oberbayern mit folgenden Betriebsverhältnissen: Ackerbau 50 ha Eigentum und 55,0 020 ha Zupachtflächen, betriebliche Verbindlichkeiten 57 000 EUR. a) Ermittlung des Gesamtstandarddeckungsbeitrags für die landwirtschaftliche Nutzung

Standarddeckungsbeitrag/ha für Anbauflächen Betrag in EUR
ha a
Weichweizen 598 EUR 30 00 00 17 940,00
Kartoffeln 2 327 EUR 40 00 00 + 93 080,00
Raps 584 EUR 30 00 00 + 17 520,00
Gerste 516 EUR 2 50 10 + 1 290,52
Roggen 402 EUR 2 50 10 + 1 005,40
Summe 130 835,92
Gesamtstandarddeckungsbeitrag des Betriebs (gerundet) 130 836

b)Ermittlung der Nutzungsart bzw. Betriebsform für die landwirtschaftliche Nutzung Da die Standarddeckungsbeiträge der pflanzlichen Nutzung alle dem Ackerbau zuzuordnen sind, ist das Klassifizierungsmerkmal > 2/3 erfüllt. Es liegt ein reiner Ackerbaubetrieb vor. c)Ermittlung der Betriebsgröße für die landwirtschaftliche Nutzung Gesamtstandarddeckungsbeitrag 130 836 EUR : 1 200 = 109,03 EGE Die Betriebsgröße liegt über 100 EGE = Großbetrieb. d) Bewertungsparameter Anlage 14 zum BewG

Pachtpreis/ha - Oberbayern, Großbetrieb, Ackerbau 312 EUR
Besatzkapital/ha - Oberbayern, Großbetrieb, Ackerbau 68 EUR
e)Bewertung des Betriebs Mindestwertverfahren

Nutzungsart Wert EUR/ha jeweilige Fläche Kapitalisierungsfaktor Mindestwert in EUR
ha a
Grund und Boden Ackerbau > 100 EGE 312 50 00 00 18,6 290 160,00
Besatzkapital Ackerbau > 100 EGE 68 105 00 20 18,6 + 132 806,53
Verbindlichkeiten ./. 57 000,00
Summe 365 966,53
Mindestwert der landwirtschaftlichen Nutzung (gerundet) 365 967
2.Mindestwert der forstwirtschaftlichen Nutzung Beispiel: Ermittlung des Wirtschaftswerts für einen Forstbetrieb mit folgendem Altersklassenwald:

Fichte bis 60 Jahre - EKL I 3,51 ha
Kiefer bis 60 Jahre - EKL I 3,12 ha
Eiche bis 60 Jahre - EKL I 4,17 ha
Verbindlichkeiten Holzaufarbeitungskosten 3 500 EUR
Mindestwertverfahren

Nutzungsart Wert EUR/ha jeweilige Fläche Kapitalisierungsfaktor Mindestwert in EUR
ha a
Grund und Boden 5,40 10 80 00 18,6 1 084,75
Besatzkapital Fichte - I. EKL 41 bis 60 Jahre 112,50 3 51 00 18,6 + 7 344,68
Besatzkapital Kiefer - I. EKL 41 bis 60 Jahre 15,20 3 12 00 18,6 + 882,09
Besatzkapital Eiche - I. EKL 41 bis 60 Jahre 45,90 4 17 00 18,6 + 3 560,10
Verbindlichkeiten ./. 3 500,00
9 371,62
Mindestwert der forstwirtschaftlichen Nutzung (gerundet) 9 372
3.Mindestwert der weinbaulichen Nutzung Beispiel: Ermittlung des Wirtschaftswerts für einen Weinbaubetrieb mit folgenden Betriebsverhältnissen: 9 ha Eigentum und 7 ha Zupachtflächen Die nachhaltige Erntemenge der letzten fünf Jahre beträgt 168 000 Liter, davon wurden

an die Winzergenossenschaft als Trauben geliefert 21 000 l
als Fasswein verkauft 42 000 l
als Flaschenwein verkauft 105 000 l

Verwertungsform Nachhaltige Erntemenge in Liter Wein Ermittelte Anteile der Verwertungsformen Entsprechende Flächenanteile der Eigentumsfläche in Entsprechende Flächenanteile selbst bewirtschaftete Fläche
ha a ha a
Traubenerzeugung 21 000 12,50 % 1 12 50 2 00 00
Fassweinerzeugung 42 000 25,00 % 2 25 00 4 00 00
Flaschenweinerzeugung 105 000 62,50 % 5 62 50 10 00 00
Summe 168 000 100,00 % 9 00 00 16 00 00
Mindestwertverfahren

Nutzungsart Wert EUR/ha jeweilige Fläche Kapitalisierungsfaktor Mindestwert in EUR
ha a
Grund und Boden Flaschenwein 970 5 62 50 18,6 101 486,25
Besatzkapital Flaschenwein 1 522 10 00 00 18,6 283 092,00
Grund und Boden Fasswein 589 2 25 00 18,6 24 649,65
Besatzkapital Fasswein 588 4 00 00 18,6 43 747,20
Grund und Boden Traubenerzeugung 859 1 12 50 18,6 17 974,58
Besatzkapital Traubenerzeugung 509 2 00 00 18,6 18 934,80
Verbindlichkeiten ./. 0,00
489 884,48
Mindestwert der weinbaulichen Nutzung (gerundet) 489 884
4.Mindestwert der gärtnerischen Nutzung Beispiel: Ermittlung des Mindestwerts für einen Gartenbaubetrieb mit folgenden Betriebsverhältnissen:

Nutzungsteil ha a
Gemüsebau - Freiland 1 00 00
Gemüsebau - Flächen unter Glas und Kunststoffen 1 00 00
Blumen- und Zierpflanzenbau - Freiland 2 00 00
Blumen- und Zierpflanzenbau - Flächen unter Glas und Kunststoffen 0 50 00
Obstbau 1 00 00
Baumschulen 3 00 00
Mindestwertverfahren

Nutzungsart Wert EUR/ha jeweilige Fläche Kapitalisierungsfaktor Mindestwert in EUR
ha a
Grund und Boden Gemüse Freiland 657 1 00 00 18,6 12 220,20
Besatzkapital Gemüse Freiland 484 1 00 00 18,6 + 9 002,40
Grund und Boden Gemüse unter Glas und Kunststoffen 2 414 1 00 00 18,6 + 44 900,40
Besatzkapital Gemüse unter Glas und Kunststoffen 2 750 1 00 00 18,6 + 51 150,00
Grund und Boden Blumen Freiland 1 044 2 00 00 18,6 + 38 836,80
Besatzkapital Blumen Freiland 1 393 2 00 00 18,6 + 51 819,60
Grund und Boden Blumen unter Glas und Kunststoffen 5 516 0 50 00 18,6 + 51 298,80
Besatzkapital Blumen unter Glas und Kunststoffen 6 895 0 50 00 18,6 + 64 123,50
Grund und Boden Obstbau 325 1 00 00 18,6 + 6 045,00
Besatzkapital Obstbau 426 1 00 00 18,6 + 7 923,60
Grund und Boden Baumschule 223 3 00 00 18,6 + 12 443,40
Besatzkapital Baumschule 2 359 3 00 00 18,6 + 131 632,20
Verbindlichkeiten ./. 301 000,00
180 395,90
Mindestwert der gärtnerischen Nutzung (gerundet) 180 396