BFH vom 30.06.1993
XI R 38, 39/91

Nachhaltigkeit beim gewerblichen Grundstückshandel (§ 15 EStG)

BFH, vom 30.06.1993 - Aktenzeichen XI R 38, 39/91

DRsp Nr. 1997/8749

Nachhaltigkeit beim gewerblichen Grundstückshandel (§ 15 EStG)

Nach ständiger Rechtsprechung des BFH sind Errichtung und Verkauf von bis zu drei Wohnungen oder Eigenheimen als private Vermögensverwaltung, nicht aber als gewerblicher Grundstückshandel anzusehen. Werden hingegen innerhalb eines engen zeitlichen Zusammenhangs zwischen Bau und Verkauf mindestens vier Objekte veräußert, ist ohne Vorliegen besonderer Umstände von einem gewerblichen Grundstückshandel auszugehen. Unter einem Objekt i.S.d. Grundstückshandels ist jedes einzelne Immobilienobjekt zu verstehen, das selbständig veräußert und genutzt werden kann z.B. ein Einfamilienhaus, eine Doppelhaushälfte, ein Reihenhaus (offengelassen im Hinblick auf ein Miethaus mit mehreren Wohneinheiten durch BFH, BStBl II 1992, 143, 145). Dies gilt gleichermaßen dann, wenn mehrere Eigentumswohnungen sich in einem Gebäude befinden und in einem einmaligen und einheitlichen Vorgang veräußert werden. Das für die Annahme eines gewerblichen Grundstückshandels erforderliche Merkmal der Nachhaltigkeit kann in diesem Zusammenhang nach Ansicht des BFH gegeben sein, wenn der Verkäufer im Bau- und Immobilienbereich tätig ist und wenn er zeitnah weitere Grundstücksgeschäfte vornimmt.