FG Niedersachsen vom 20.10.1998
XV 500/96
Fundstellen:
BRAK-Mitt 1999, 196
DB 1999, 1354
EFG 1999, 551

Tarifbegünstigter Veräußerungsgewinn bei Freiberuflern

FG Niedersachsen, vom 20.10.1998 - Aktenzeichen XV 500/96

DRsp Nr. 2001/3108

Tarifbegünstigter Veräußerungsgewinn bei Freiberuflern

Die Voraussetzungen für einen steuerbegünstigten Veräußerungsgewinn nach § 18 Abs. 3, § 16 Abs. 2 und 4 sowie § 34 Abs. 2 EStG sind nicht erfüllt, wenn ein Rechtsanwalt nach der Veräußerung seiner freiberuflichen Praxis für fünf Monate in seiner bisherigen Praxis als freier Mitarbeiter arbeitet und danach wieder - wenn auch zeitlich befristet - freiberuflich als Rechtsanwalt im bisherigen örtlichen Wirkungskreis tätig wird.

Für die Praxis:

Bei Praxisübertragungen ist eine Veräußerung der wesentlichen Betriebsgrundlagen nur anzunehmen, wenn der Veräußerer seine freiberufliche Tätigkeit in dem bisherigen örtlichen Wirkungskreis wenigstens für eine gewisse Zeit einstellt (BFH vom 18.5.1994, BStBl II, 825; bestätigt durch BFH vom 23.1.1997, BStBl II, 498). Unschädlich ist es, wenn der Veräußerer nach der Veräußerung frühere Mandanten auf Rechnung und im Namen des Erwerbers berät oder eine nichtselbständige Tätigkeit in der Praxis des Erwerbers ausübt.

Fundstellen
BRAK-Mitt 1999, 196
DB 1999, 1354
EFG 1999, 551